„Es gibt keinen Plan B“ für Leiter der Veranstaltungsagentur Collage Gera

Gera.  Maik Michaelis möchte seine Veranstaltungsagentur Collage Gera auch über die Corona-Zeit hinaus betreiben.

Veranstalter und Moderator Maik Michaelis hofft, dass die Veolia Bühne im Hofwiesenpark im kommenden Jahr wieder bespielt wird.

Veranstalter und Moderator Maik Michaelis hofft, dass die Veolia Bühne im Hofwiesenpark im kommenden Jahr wieder bespielt wird.

Foto: Peter Michaelis

„Ich kann nicht traurig in meinem Büro sitzen und aus dem Fenster schauen“, sagt Maik Michaelis, der die Veranstaltungsagentur Collage Gera sowie die Künstleragentur Gera-Konzert leitet. Als Solo-Selbstständiger in der Kulturbranche hat er in diesem Pandemie-Jahr „sechs Monate und 10 Tage lang kein Geld verdient“. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Live-Blog

Seit Mitte März seien tröpfchenweise Veranstaltungen ausgefallen, bis keine mehr übrig waren. Durch die Verschärfungen der Maßnahmen zur Eindämmung von Corona Anfang November gab es einen Rückschlag, als es fast schon wieder bergauf gegangen war. Im September fand das Dahlienfest in Bad Köstritz statt – Maik Michaelis’ erste Veranstaltung nach der langen Pause. Nun wieder Absagen der Weihnachtsmärkte.

Ähnlich erging es auch der Stimmung des 56-Jährigen: „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, je nachdem, ob gerade eine Anfrage für 2021 kam oder eine Absage für 2020“. An Alternativen zum Job in der Kulturbranche denkt er nicht. „Ich habe 32 Jahre Veranstaltungen organisiert, was soll ich sonst machen? Es gibt keinen Plan B.“

Geholfen haben ihm eigene Rücklagen und die Überbrückungshilfen des Landes Thüringen. Für Solo-Selbstständige können monatlich 1180 Euro über die Steuerberater beantragt und für Lebenshaltungskosten genutzt werden – einmalig in Deutschland.

„Musiker-Kollegen in Bayern hätten das auch gern“, erzählt Maik Michaelis. Dennoch reiche das auch mit den Finanzspritzen für Fixkosten nicht aus. Für die Kulturbranche zeichnet er ein dunkles Zukunftsszenario, sollten nicht mehr Hilfen fließen: „Dann werden viele Künstler aufgegeben haben und es wird ein großes Kultursterben geben, was sich dann bemerkbar macht, wenn alle wieder feiern dürfen“.

Er hofft für 2021 auf einen Impfstoff, dass der Sommer wieder besser wird als der Winter und sich Leute an Vorgaben halten. „Die Krankheit muss bekämpft werden und wenn sich jeder ein bisschen am Riemen reißt, ist das auch machbar.“