„Es kommen auch wieder bessere Zeiten“

Ilona Berger
| Lesedauer: 2 Minuten
Annerose Schnurrbusch (links) und Victoria Parade sind die Inhaberinnen des Bistros Herz'l  im Ärztehaus in Gera-Zwötzen in der Lasurstraße. Es wurde am 3. August 2020 eröffnet.

Annerose Schnurrbusch (links) und Victoria Parade sind die Inhaberinnen des Bistros Herz'l  im Ärztehaus in Gera-Zwötzen in der Lasurstraße. Es wurde am 3. August 2020 eröffnet.

Foto: Ilona Berger

Mutmacher: Die Inhaberinnen vom Bistro Herz’l in Gera-Zwötzen

Von Ilona Berger

Gera. Das Telefon klingelt. Milchreis wird gewünscht. Für Annerose Schnurrbusch und Victoria Parade kein Problem. „Wir kriegen das hin und nicht nur das“, so die Frauen.

Beide sind seit 3. August 2020 Inhaberinnen des Bistros Herz’l im Ärztehaus in der Lasurstraße in Gera-Zwötzen. Kennengelernt haben sich die 55-Jährige und die 33-Jährige auf ihrer Arbeit in einer Tankstelle. Die eine mit Gastronomieerfahrung stand dort in der Küche, die andere im Verkaufsraum. „Wir haben sofort harmoniert“, sagt Annerose Schnurrbusch. Nachdem ersten Lockdown wollten die Freundinnen etwas Eigenes aufbauen. Ein Bistro mit Frühstück, Mittag sowie Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sollte es sein.

Die Frauen fackelten nicht lange und suchten nach einem passenden Objekt. „Mutti Schnurri“, wie Kunden inzwischen Annerose Schnurrbusch neckend nennen, setzte auf ihr gutes Gedächtnis. „Ich wusste, dass die Cafeteria im Zwötzener Ärztehaus lange leerstand. Der Besitzer des Hauses war von unserer Idee angetan und wir legten los, renovierten, kauften eine Küche und neue Möbel. Unser Vermieter Falk Peterhänsel bietet bis heute seine Hilfe an. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.“

Klein anfangen, um größer zu werden, ist der Plan. 27 Leute haben im Herz‘l Platz, draußen etwa 15. „Das erste Essen, was rausging, waren Nudeln und Tomaten-Jagdwurst-Soße“, erinnert sich Victoria Parade. „Zwei bis drei Hauptgerichte und eine Tagessuppe bieten wir an, natürlich mit regionalen Zutaten und frisch zubereitet.“

Das Geschäft läuft gut. Ärzte bestellen, Patienten kommen und andere Kunden inzwischen regelmäßig. Dann folgte für die Bistro-Besitzer der erste Lockdown als Selbstständige. „Ach du Scheiße, dachte ich. Sofort folgte, das kriegen wir hin“, so Annerose Schnurrbusch.

Die Kunden halten den beiden die Treue, bestellen weiter ihr Essen, holen es ab. Mit Rührei stärken sich Bauarbeiter im Auto. Die Rouladen und Klöße zum 65. Geburtstag einer Dame wurden geliefert. „Wir wollen immer für unsere Kunden da sein.“

Normal gehen am Tag 70 Bestellungen raus, jetzt nur um die zehn. Die Laufkundschaft fehlt. Von den Einnahmen werden die ständigen Kosten bestritten. Soforthilfe ist beantragt. Lohn haben sich die Frauen schon lange nicht mehr gezahlt. Annerose Schnurrbusch Geschäftspartnerin ergänzt: „Es kommen wieder bessere Zeiten.“ Weil beide mit Herz dabei sind, haben sie ihr Bistro einfach Herz’l genannt.