FC Thüringen Weida dreht ein verrücktes Spiel

Stadtroda  Der Fußball-Pokalkrimi endet nach drei Stunden und in doppelter Unterzahl mit 9:7 vom Elfmeterpunkt. Regulär trennten sich Weida und Stadtroda 4:4.

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Nach drei Stunden Spielzeit gelang der SpG FC Thüringen Weida beim Gastgeber Grün-Weiß Stadtroda ein 9:7 (5:5, 4:4, 1:3)-Erfolg nach Elfmeterschießen. Weida bewies in diesem aufreibendem Match und bei zwei Platzverweisen mit einer hervorragenden kämpferischen Leistung seine intakte Moral, nachdem die Mannschaft schon 1:3 bzw. 2:4 zurücklag.

Schon in der dritten Minute kassierten die Osterburger den ersten Dämpfer. Stadtrodas Fuchs setzte sich auf der rechten Seite aus abseitsverdächtiger Position durch, spielte Torwart Haase aus und schob zum 1:0 ein. Wenig später bot sich die Chance zum Ausgleich. Leutloff schickte Urban steil, nach dessen Flanke köpfte Pohland an den Pfosten, am Nachschuss von Oxenfart rutschte Wetzel vorbei. Dann schoss Wetzel nach Torwartfehler völlig freistehend am leeren Tor vorbei.

Stadtroda machte es besser, erneut setzte sich der schnelle Fuchs durch, die Eingabe verwertete der mitgelaufene Kapitän Grohs zum 2:0. Dann wieder Weida: Metzners Ecke landete an der Querlatte des Stadtrodaer Tores. Danach musste das Spiel unterbrochen werden, weil sich Johannes Carl von Grün-Weiß den Ellbogen ausgekugelt hatte. Es folgte eine Unterbrechung von einer halben Stunde, ehe Notarzt und Krankenwagen zur Stelle waren und die Behandlung erfolgte.

Nach Spielfortsetzung verkürzte Weida auf 1:2, als Pohland einen Metzner-Freistoß einköpfte. Die nächste Weidaer Ecke setzte Kapitän Leutloff per Kopf an den Pfosten. Fünf Minuten vor der Pause stellte Stadtroda den alten Abstand wieder her. Der überragende Kapitän Karl Grohs wurde steil geschickt, tauchte allein vor Haase auf und vollendete zum 3:1- Pausenstand.

Weidas Trainer Pellmann stellte nun auf Dreierkette um, für Zausch kam Gerold. Nach einer schönen Flanke von Innenverteidiger Ronny Kolnisko traf Max Wetzel zum 2:3-Anschluss. Gerolds Freistoß ließ Torwart Padutsch prallen, aber kein Abnehmer war zur Stelle. In Minute 86 die vermeintliche Entscheidung, als Gerdemann das 4:2 für Grün-Weiß gelang.

Vom Anstoß weg verkürzte Tobias Metzner per Kopf auf 3:4. Weida warf nun alles nach vorn und wurde belohnt. Wetzel erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 4:4. Es ging in die Verlängerung, in der Schiedsrichter Gäbler aus Erfurt zur Hauptfigur avancierte. Nach einem klaren Stürmerfoul eines Stadtrodaer Spielers entschied er auf Elfmeter.

Die minutenlangen Proteste der Weidaer brachten nichts ein. Im Gegenteil, Nick Pohland sah wegen Reklamierens Gelb-Rot. Den Strafstoß verwandelte Grohs sicher zur erneuten Stadtrodaer Führung. Nach Beginn der zweiten Halbzeit der Verlängerung gelang Maximilian Wetzel aus spitzem Winkel der Ausgleich zum 5:5. Als Metzner zum sechsten Mal für Weida traf – der Ball prallte vom Stadtrodaer Keeper hinter die Linie – wurde der Treffer nicht anerkannt und Tim Urban sah nach Disput mit dem Schiedsrichter die Rote Karte. In doppelter Unterzahl brachte Weida das 5:5 über die Zeit. Der letzte Freistoß von Grohs in der 118. Minute ging über das Tor.

Im folgenden Elfmeterschießen hatte Weida die besseren Nerven und den stärkeren Torwart, der die strittige Elfmeterentscheidung zum 5:4 aus nächster Nähe miterlebt hatte. Zunächst trafen die beiden Kapitäne Grohs und Leutloff. Dann wehrte Haase gegen Klinger ab. Der Schiedsrichter ließ wiederholen, aber erneut blieb Christoph Haase mit einer spektakulären Parade der Sieger.

Gerold traf für Weida, Pöckel für den Gastgeber und Schumann für den FC Thüringen. Als Rennert seinen Elfmeter über das Tor setzte und Metzner für Weida einschoss, war der umjubelte Sieg für Weida perfekt. Aber die Rote Karte für Urban schmerzt sehr.

Bei Weida feierte Christopher Lätz nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback, er wurde eingewechselt.

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