Flanieren mit dem herzoglichen Mops in Ronneburg

Ronneburg  Die Ronneburger Schlendernacht lockt Hunderte Besucher in die Innenstadt

Friedrich Wilhelm II. mit Gemahlin und dem Mops.

Friedrich Wilhelm II. mit Gemahlin und dem Mops.

Foto: Ilona Berger

Das Ereignis am Freitagabend wollten sich auch zwei Majestäten nicht entgehen lassen. Friedrich Wilhelm II. reiste mit seiner Gemahlin Prinzessin Magdalena Sibylla von Sachsen-Altenburg an. Sie flanierten mit dem herzoglichen Mops, meist auf dem Arm, durch die Stadt. Anders wäre der Vierbeiner wohl nicht unbeschadet durch die Massen gekommen. Hunderte Besucher füllten das Zentrum, genossen die unbeschwerte Atmosphäre und die freundlichen Einladungen der 45 Gewerbetreibenden, in ihre Geschäfte zu schauen.

Dieter Mehlhorn wohnt seit 18 Monaten wieder in Ronneburg . „Ich finde eine solche Aktion wunderbar. Der Markt muss belebt werden.“ Zum ersten Mal wollte sich Rita Riedl ins Getümmel der inzwischen 3. Schlendernacht stürzen. In der Hand hielt sie den Flyer. Mit Kreuzen waren dort die teilnehmenden Händler und Einrichtungen markiert. „Wenn ich die alle ablaufe, habe ich zu tun“, flachst sie. Ihre erste Station war schon vor Beginn 18 Uhr der An- und Verkauf von Isolde Müller. Den Eingang ihres Geschäftes dekorierte sie liebevoll wie es alle anderen Ladeninhaber und Einrichtungen auch getan haben. Müller bedankte sich bei „ihren Rentnern für die gebastelten bunten kleinen Päckchen“, die Müller verteilen konnte. Kunden brachten sogar selbst gemachte Schokolade zum Kosten für diesen Tag mit. Jeder Gewerbetreibende überraschte die Besucher.

„Mensch, hier steppt mal der Bär“, jubelt Franka Heiner. Im Schlepptau hatte sie zwei Freundinnen. „Wenn ich zur Arbeit fahre, muss ich durch Ronneburg. Tagsüber erscheint mir die Stadt oft ausgestorben. Jetzt staune ich, was los ist“, zeigt sich die 45-Jährige überrascht. Das Trio freute sich, noch drei Portionen vom Kesselgulasch abbekommen zu haben. An anderen Stellen wurden asiatischer Gewürztee, Kaffee, Sekt, Bier und Roster gereicht. Obendrauf gab es musikalische Unterhaltung. Draußen und in den Läden erklang Musik. Pia Rollwitz fand das Spiel der Mädchen und Jungen von der Musikschule Fröhlich so schön, dass sie einen kleinen Obolus in den Hut der jungen Leute warf. „Meine Enkelin in Radebeul spielt Gitarre Klavier und nimmt Gesangsunterricht“, ließ die Seniorin wissen.

An vielen Ecken konnten die Besucher etwas entdecken und erleben, riesige Kürbisse oder leckeren Honig. Robert Koska und sein Gehilfe Kevin Oberreuter schürten das Feuer fürs Schmieden von Herzen und Hufeisen. Das private Speichermuseum von Uwe Lange auf dem Markt öffnete. Beim Bummeln trafen sich zufällig Nachbarn und schlenderten gemeinsam weiter wie eine fröhliche Truppe aus Reust.

„Ich wusste gar nicht, dass es hier so eine Menge Läden gibt. In vielen war ich noch nie drin“, das sagten an dem Abend zahlreiche Leute, nicht nur Hannelore Merker. Auch tagsüber Geschäfte und Einrichtungen zu beleben, das wollen die Beteiligten mit der Schlendernacht erreichen. Jürgen Schaarwächter Inhaber des J + K Modehauses im Zentrum bestätigt es: „Die Resonanz ist nachhaltend.“

„Ronneburg ist nicht tot“, sagt Sandra Körner von der Schatzkiste, die Erfinderin der Aktion. Sie holte erneut die Grundschule und die Kindereinrichtungen mit ins Boot. Die Mädchen und Jungen bastelten insgesamt 350 Äpfel, versahen sie mit Namen. Wer seinen Apfel in einem Geschäft entdeckte erhielt ein kleines Präsent.

Bis 22 Uhr genossen die Ronneburger und Gäste das besondere Flair und die tolle Stimmung.

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