Für den Greizer Christian Tischner stehen die Kommunen im ländlichen Raum im Fokus

Greiz  Landtagswahl 2019: Direktkandidaten des Landkreises Greiz zur Thüringer Landtagswahl vorgestellt.

Christian Tischner (CDU) im Greizer Park nahe des Sommerpalais.

Christian Tischner (CDU) im Greizer Park nahe des Sommerpalais.

Foto: Tobias Schubert

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Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Tischner will es noch einmal wissen und tritt bei der Landtagswahl zum zweiten Mal als Kandidat an. „Ich habe in den fünf Jahren als Landtagsabgeordneter die Menschen, Vereine und viele andere Engagierte sehr zu schätzen gelernt“, erklärt Tischner, warum er sich noch einmal darum bewirbt.

Zumal man in der noch aktuellen Legislaturperiode von Seiten der CDU viel vorzuweisen habe. Mit Unterstützung der Einwohner habe man es geschafft, den Landkreis Greiz und die Kreisstadt zu erhalten. Auch habe man mit viel Kraft die geplanten Schulschließungen verhindern können, freut sich der Bildungspolitiker. Für beides wolle er sich auch in Zukunft einsetzen. „Nun treibt mich die Frage an, wie wir vorangehen und die Zukunft gestalten“, sagt Tischner.

Seine Ziele, sollte er wieder gewählt werden, fasst Tischner unter zwei Bereichen zusammen. Zum einen wolle der 1981-Geborene die jüngere Generation halten und dafür sorgen, dass neue Familien kämen. Zum anderen habe er seinen Wahlkreis im Fokus, der sehr ländlich geprägt sei.

Deswegen nennt Tischner zuerst die finanzielle Ausstattung der Kommunen im ländlichen Raum als einen Fokus. „Sie muss unbedingt verbessert werden.“ Es gebe unglaublich viel Engagement in den Dörfern und kleinen Städten, das man unterstützen müsse. „Es ist meines Erachtens der falsche Weg, die gescheiterte Gebietsreform nun über die Finanzen zu versuchen“, sagt er. Vielmehr sei er dafür, Grundzentren auch in der Fläche und nicht nur bei Städten zu ermögliche, weil daran auch geknüpft sei, ob es Ärzte, Kindergärten und ähnliches gebe.

Natürlich hat der Bildungspolitiker auch die derzeitige Lehrermisere im Blick. In Zeiten des Lehrerüberhangs – noch mit einer CDU-Regierung in Thüringen – seien Entscheidungen getroffen worden, die für Menschen seiner Generation nicht glücklich gewesen seien. Allerdings habe Rot-Rot-Grün seit 2014 die von der CDU geplanten, höheren Einstellungszahlen bei Lehrern wieder ausgebremst. Deswegen nennt Tischner drei Ziele: So viele Lehrer auszubilden, wie eingestellt werden müssten, Lehrerstellen gerade im ländlichen Raum auch durch finanzielle Zulagen attraktiver machen und schnellere Einstellungsverfahren. „Wir müssen die Lehrersituation in den Griff bekommen, das ist das Grundproblem. Nur dann sind beispielsweise Sprengelmodelle zum Erhalt von kleineren Schulen möglich.“

Doch natürlich gehöre noch mehr dazu, damit sich die Menschen wohlfühlen. So wolle er sich dafür einsetzen, mehr Bauland zu schaffen und jungen Familien mit einem Kinderbaulandbonus oder zinsfreien Darlehen den Häuserbau zu ermöglichen. Zudem stelle er sich eine kostenlose Verpflegung in Kitas vor und wolle die Beitragsfreiheit nicht zurückdrehen.

Eine große Herausforderung der nächsten Jahre sei aber auch der Fachkräftemangel und die Digitalisierung in der Wirtschaft. Es stelle sich die Frage „Wie halten wir im ländlichen Raum das Niveau?“, sagt Tischner. Programm zur Nachqualifizierung und die frühzeitige Werbung für Handwerkerberufe an Schulen seien zwei Dinge, die er umsetzen wolle. Dazu komme eine kostenlose Meisterausbildung und die Förderung der Digitalisierung gerade in kleineren Unternehmen verbunden mit dem Ausbau einer vernünftigen Breitband-Infrastruktur. „Da stehen wir immer noch zu schlecht da.“

Vita

geboren 1981 in Greiz

1998 Realschulabschluss, 2001 Abitur, 2006 Abschluss Lehramtsstudium

ab 2008 Universitätsdozent

verheiratet, zwei Söhne

seit 2004 Stadtrat in Greiz, dort aktuell Fraktionsvorsitzender der CDU/Gemeinsam für Greiz

seit 2009 im Kreistag Greiz

seit 2014 im Landtag Thüringen, dort bildungspolitischer Sprecher seiner Partei

ehrenamtlich engagiert unter anderem bei Vogtland Philharmonie und Kreissportbund

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