Gesundheitsamt Gera kommt mit Quarantäneanordnung nicht nach

Gera.  Chef des Geraer Krisenstabes appelliert an Eigenverantwortung. Pflicht zur Selbstisolation bei positivem Test und wissentlichem Kontakt mit Infizierten

Die Covid19 Fallzahlen in Gera auf der RKI-Seite. Am Freitag, 18. Dezember,  lag der 7-Tages-Inzidenzwert bei 430,6

Die Covid19 Fallzahlen in Gera auf der RKI-Seite. Am Freitag, 18. Dezember, lag der 7-Tages-Inzidenzwert bei 430,6

Foto: Peter Michaelis

Geras 7-Tages-Inzidenz liegt am Freitag bei 430,6. Das Gesundheitsamt kommt derzeit mit den Quarantäneanordnungen nicht nach. Corona-Blog: Neuinfektionen in Thüringen auf Höchststand

„Die seit Tagen hohe Zahl an Neuinfizierten in unserer Stadt ist besorgniserregend. Es ist dringend erforderlich, die Ansteckungsketten zu unterbrechen. Gesundheitswesen, Krankenhäuser und Pflegepersonal stehen unter enormen Druck. Alle können und müssen jetzt etwas dafür tun, dass die Zahlen sinken. Eigenverantwortung ist gefragt – zum Schutz des Nächsten und unserer ganzen Gesellschaft“, appelliert Krisenstabsleiter Kurt Dannenberg.

Gesundheitsamt auf Meldungen angewiesen

Mit den steigenden Fallzahlen geraten Teststellen, Labore und Gesundheitsamt an ihre Grenzen. Rückstaus bei Testergebnissen, Verzögerungen bei Meldungen, unterbrochener Informationsfluss – in vielen Fällen könne keine zeitnahe Quarantäneanordnungen erfolgen. Deshalb sollen wissentlich Infizierte und Personen, die Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten, dies dem Gesundheitsamt anzeigen.

Zugleich sind sie verpflichtet, sich bis zur Entscheidung der Behörde nicht außerhalb ihrer Wohnung aufzuhalten und Kontakte zu vermeiden. Die Verpflichtung endet spätestens nach Ablauf von zehn Tagen, sofern die Behörde vorher keine Entscheidung bekannt gegeben hat. Selbstisolation und die Einhaltung der Quarantäne seien entscheidend für die Unterbrechung von Infektionsketten.

Zunehmend Pflegeeinrichtungen in Gera betroffen

Da in Gera zunehmend auch Pflegeeinrichtungen betroffen sind, wird gebeten, dass im Interesse der Bewohner das Infektionsrisiko durch Besuche nicht unnötig erhöht werde. Laut aktueller Thüringer Verordnung darf jeder Bewohner pro Tag höchstens eine zu registrierende Besuchsperson mit FFP2-Maske empfangen. Schnelltests für Besucher könnten eine größere Sicherheit bringen. In Thüringen gibt es aber, anders als in anderen Bundesländern, keine Verpflichtung für ein negatives Testergebnis als Besuchsvoraussetzung, so die Stadtverwaltung.

Angehörige sollten überlegen, ob sie besser telefonisch oder übers Internet mit ihren Nächsten in Kontakt bleiben. Gibt es ein aktives Infektionsgeschehen in einem Pflegeheim, sind Besuche verboten.

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