Gera ist Risikogebiet – Stadt bereitet „weitergehende Schutzmaßnahmen“ vor

Gera.  Corona-Lage in Gera: Durch 12 weitere positive Corona-Tests liegt die Stadt nun bei einem Inzidenz-Wert von 51,5. Krisenstab bereitet weitere Einschränkungen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen vor.

In Gera wurden weitere 12 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

In Gera wurden weitere 12 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Foto: Tino Zippel

Gera hat am Sonnabend durch 12 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen zwischenzeitlich den kritischen Wert von 50 nachgewiesenen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Der sogenannte Inzidenzwert lag für Gera am Samstag bei 51,5, am Sonntag dann aber wieder darunter, bei 44,0, trotz zweier weiterer Coronafälle, durch die es Stand Sonntag 87 aktive Fälle in der Stadt gab.

Ob der Rückgang im üblicherweise geringeren Melde- und Testauswertungs-Geschehen am Wochenende begründet ist, oder der Wert vom Samstag ein „Ausreißer“ nach oben war, wird sich wohl erst Anfang dieser Woche zeigen.

Dass der Wert in Gera über 50 steigen könnte, schwante dem Krisenstab der Stadt offenbar schon Freitagabend. In einer Pressemitteilung wird betont: Überschreitet eine Region den Inzidenzwert von 50, müssten weitergehende Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die man vorausschauend vorplane.

Am Samstag kündigten Bürgermeister und Krisenstabschef Kurt Dannenberg (CDU) auf Nachfrage und später Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) in einer Videobotschaft an, das über eine mögliche neue Allgemeinverfügung am Montagmorgen beraten werde. Gerade wegen einer möglicherweise um den Wert 50 schwankenden Zahl hatte sich Dannenberg gegenüber unserer Redaktion gegen überstürztes Handeln bereits am Wochenende ausgesprochen.

Maskenpflicht im Freien, wo Abstände nicht einzuhalten sind

Worauf etwaige Verschärfungen abzielen, wird in der Mitteilung vom Freitag bereits angedeutet. Weil laut Stadt wissenschaftliche Studien einen Hauptübertragungsort im privaten Bereich, also private Feiern und Feste im engen Freundeskreis, sehen, wolle man „zielgerichtet und ausgewogen Regelungen finden, die dazu führen, dass der Personenkreis auf öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen noch weiter eingeschränkt“ wird. Zudem müsse gegebenenfalls auch „eine Maskenpflicht im Freien da eingeführt werden, wo viele Menschen nicht die Sicherheitsabstände von 1,50 Meter einhalten können“. Jeder Einzelnen sei „in der Pflicht, zum Wohle der Stadt im Sinne eines gemeinsamen Miteinanders die geltenden AHA-L-Regeln anzuwenden“, eine Abkürzung für „Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken tragen und Lüften“.

Wie der OB in seinem Video erklärte, verteile sich die Zahl der aktiven Fälle übers ganze Stadtgebiet und gehe auf Reiserückkehrer, Teilnehmer von Busreisen und privater Feiern sowie auf Ansteckung am Arbeitsplatz zurück.