Gera: Zwei Stunden Herbstputz, die sich lohnten

Gera.  Über 30 fleißige Aufräumer rücken zum „World Cleanup Day“ Dreck und Müll im Geraer Park der Jugend zu Leibe.

Aufräumeinsatz im Geraer Park der Jugend.

Aufräumeinsatz im Geraer Park der Jugend.

Foto: Marcel Hilbert

Der Name „World Cleanup Day“ (Weltaufräumtag) ist hierzulande noch nicht so geläufig. Kein Wunder, gibt es den weltweiten Aktionstag am dritten Samstag im September auch erst seit 2018. Doch weder samstägliche Arbeitseinsätze – dereinst und heute noch vielfach Subbotnik genannt – noch gemeinschaftliche Müllsammelaktionen sind neu in Gera.

Beispiele sind der Frühjahrsputz oder die Aktion „Elster-Glanz“. Vielleicht etabliert sich auch der „World Cleanup Day“, die Resonanz am Samstag im Park der Jugend spricht dafür.

Gut zwanzig Erwachsene und fast genau so viele Kinder waren es schließlich, die dem privaten Aufruf der Geraerin Beate Hager und ihrer Mit-Organisatoren gefolgt waren und zwei Stunden lang die Geraer Parkanlage nach Müll durchkämmten.

Und die haben sich mal wieder gelohnt. Unterstützt von der Geraer Ehrenamtszentrale, dem Abfallwirtschaftszweckverband, der GUD und der evangelischen Kirchgemeinde kamen im Park der Jugend am Ende drei große Kartons voller Glas, vier Säcke Plastikmüll und drei Säcke voll Restmüll sowie eine Kiste Pappe und Papier zusammen.

Mit Klickzähler wurden allein 2228 Zigarettenkippen aufgelesen. „Wir schätzen aber, dass es mindestens doppelt so viele waren, weil nicht alle Sammler mitgezählt haben“, sagt Beate Hager, die von der Resonanz sehr angetan war. Vorangemeldet hatte sich etwa die Hälfte.

Auch Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) und seine Frau Jana schauten bei dem Arbeitseinsatz vorbei, der auch von Passanten im Park sehr wohlwollend registriert wurde. Ein Mann spendete sogar spontan zehn Euro, die von den Organisatoren unverzüglich in Eis für die mithelfenden Kinder investiert wurden.

„Wir wollten unseren Kindern zeigen, wie es in der Stadt leider auch aussieht und wie man solche Dreckecken verhindern kann“, sagte eine Mutter, während Sohn Leon seinen vollen Eimer voller Müll ausleerte. Auch Juliane und Thomas Schmidt halfen in Familie beim Putzen, Sohn Ole (4) und Töchterchen Luise (8) waren mit Feuereifer bei der Sache.

In dem jungen Alter, sagt Initiatorin Beate Hager, muss man die Kinder noch nicht groß zum Müllsammeln überreden. Schon am Treffpunkt vor dem Kulturhaus Heinrichsbrücke waren vor allem die kleinen Müllsammler kaum zu bremsen. Mit Handschuhen und Müllzangen ausgestattet wurden bereits hier fleißig die Hinterlassenschaften anderer eingesammelt.

Auch eine erwachsene Teilnehmerin hatte auf ihrem Weg zum Treffpunkt schon zwei Säcke Unrat in der Heeresbergstraße gesammelt.