Geraer erzählen auf der Buchmesse über Dix und Morde

Gera.  Geraer Verlage präsentieren hiesige Autoren auf der Leipziger Buchmesse 2020.

Jürgen Schaar von Reise  mit seinen neuesten Reisebüchern.

Jürgen Schaar von Reise mit seinen neuesten Reisebüchern.

Foto: Peter Michaelis

Der März steht im Zeichen des Lesens. Vom 12. bis 14. findet die Leipziger Buchmesse statt. Dort trifft sich die Branche, um sich auszutauschen und Neues zu entdecken. Unter ihnen sind auch Geraer Verlage und Autoren aus der Stadt.

Verlag Erhard Lemm

„Wir werden unter anderem zwei Neuerscheinungen vorstellen“, sagt Erhard Lemm. In „Otto Dix in Gera“ setzt sich Lothar Toepel, einige Jahre Direktor der Geraer Kunstgalerie, erstmals ausführlich mit der persönlichen Entwicklung des Künstlers bis zum Beginn seines Studiums an der Kunsthochschule Dresden auseinander. Alle Texte und Bildunterschriften sind neben der deutschen auch in englischer und französischer Sprache.

Utz Möbius hat in „Mühlen an der Roda und ihren Zuflüssen. Geschichte, Geschichten und Sagen über das Leben am Wasser“ Erkenntnisse aus einer wichtigen Epoche unserer Region zusammengetragen. Er beschreibt, wie Menschen bereits in vergangener Zeit Wasserkraft zu ihrem Vorteil nutzten. Dabei betrachtet Möbius vor allem die Region zwischen Jena, Triptis, Stadtroda und Hermsdorf. Ausführlich werden die Standorte von 67 Mühlen dargestellt. (Halle 5, Stand F 500)

Verlag Reisebuch-Karhu

„Wir stellen unser Verlagsprogramm vor, so auch die Wanderführer Gera - Thüringer Vogtland, Böhmerwald und Kaiserwald“, sagt Jürgen Schaar. Er hofft, dass rechtzeitig zur Messe noch die zweite Auflage von „Riesengebirge und Böhmisches Paradies“ aus der Druckerei kommt. Die erste sei fast verkauft. Neu erschienen ist im April vergangenen Jahres „Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt, Adlergebirge & Altvatergebirge“, ein Reiseführer mit verschiedenen Wanderungen. Seit 2014 nimmt der kleine Verlag an der Leipziger Buchmesse teil. „Das Besondere unserer Bücher ist, dass der Wanderer und der Kulturtourist auf ihre Kosten kommen. Alte vorgeschlagene Routen sind wir, Sabine Flöry und ich, selbst abgelaufen“, so der Firmengründer. (Halle 3/F 125)

Verlag Daniel Funk

Zum ersten Mal auf der Messe vertreten ist der Ende 2018 gegründete Geraer Verlag Daniel Funk. Sein Programm beinhaltet alles, was sich mit neurologischen Besonderheiten wie Autismus befasst. Im Gepäck hat Inhaber Daniel Funk unter anderem alle Bücher des Geraer Leo M. Kohl, so der sich noch im Druck befindende „Lehrerratgeber für Kinder im Autismus-Spektrum“, den „Elternratgeber für Kinder im Autismus-Spektrum“ (2019) und sein erstes Buch „Asperger - mein Leben zwischen Intelligenz und Gefühlsleben“ (2018). (Halle 2/E 203)

Edition Outbird

„Unser Verlag ist mit dem gesamten Programm vertreten“, so Inhaber Tristan Rosenkranz. Vor Ort ist auch Mona Krassu aus Gera. Sie liest am 15. März, um 15.30 Uhr, in der Messehalle 5 im Literaturforum aus dem 2019 veröffentlichten Roman „Freitagsfische“. Tomas Jungbluths „Kammerflimmern“, 2018, wird ebenfalls offeriert. „Viele der Autoren sind in der Subkultur verwurzelt“, sagt Rosenkranz. Wachsend sei die Fantasy-Sparte. „Druckfrisch können wir hoffentlich René Porschens Roman Kokon vorlegen. Der Erfurter unternimmt eine Reise in ein schräges Paralleluniversum.“ Edition Outbird ist zum vierten Mal auf der Messe. „Inzwischen sind wir bei Buch Nummer 31 angelangt.“ Der Verlag gründete sich im Herbst 2015 in Gera. (Halle 5, G 417)

Das dritte Jahr in Folge veranstaltet Edition Outbird den literarischen Salon, in dem Autoren lesen. Er öffnet am 14. März, in der Galerie Kunstraum 16 Connewitz, Werk 2, Beginn 19.30 Uhr.

Edition Spörlstein

Auf Recherchereise in Großbritannien befinden sich während der Messe Ulla Spörl und Frank Rüdiger. „Ich arbeite an einem neuen Londonbuch und meine Frau recherchiert für einen neuen Krimi“, verrät der Autor. Dennoch wird Ulla Spörl mit ihrer vierbändigen Otto-Dix-Reihe präsent sein. Der Greifenverlag hat „Der Junge aus unterm Haus“, „Das Kornfeld auf der Lehmgrube“, „Die Flucht vor braunen Männern“ und „Zum Ziel durchs reife Korn“ 2019 neu herausgebracht.

adakia Verlag

Der in Gera verwurzelte Verleger Mark Jischinski wird als Besucher vor Ort sein und sich mit seinen Autoren treffen. „Nach der Messe und zwar Ende März bringen wir Manfred Lemkes Gersche Lausbubengeschichten, sein Erlebtes aus den 50er- und 60er-Jahren, heraus.“ Das sei das einzige Buch, das der inzwischen in Leipzig ansässige Verlag von einem Geraer in diesem Jahr veröffentlicht.

Wissensglück Verlag

„Wir sind während des gesamten Messezeitraums in Leipzig“, sagt Carolin Adler aus Gera, die den Verlag Ende 2018 gegründet hat. „Es werden vier Kinder- und Jugendbücher vorgestellt, drei davon habe ich selbst geschrieben und illustriert, das neuste Werk heißt „Mia und die Maus“. Eine kleine Kuschelecke lädt zum Lesen und Verweilen ein. (Halle 2, H 208)

Format Verlagsgruppe

Mit keinen Werk eines Geraer Autoren reist Heinz-Herbert Riemer, Inhaber der in Gera ansässigen Format Verlagsgruppe nach Leipzig. „Wir geben unter anderem Bücher heraus, die sich mit Pädagogik, Wissenschaft und Philosophie befassen.“ Neu seien „Friedhofsgeflüster“ und „33 anstößige Bücher, die das Lesen lohnen“. (Halle 5, G 413)

Verlag Kirchschlager

Der Arnstädter Verlag präsentiert zwei Bücher bekannter Geraer Autoren. Beide sind in Leipzig zu erleben. Steffen Löwe ist mit „Chronik von Gera - Lexikon zur Stadtgeschichte“ vor Ort. Rund 500 Einträge beleuchten Geraer Stadtgeschichte wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Persönlichkeiten und Denkmäler. Abbildungen illustrieren das Werk.

Hans Thiers legt „Mordfälle im Bezirk Gera III“ vor. Der dritte Band umfasst wiederum zahlreiche Berichte, Bilder und Dokumente. Chronologisch von 1960 bis 1990 gegliedert, führt der Kriminalist den Leser an die Tatorte voller Grauen. (Halle 4, D 204)