Geraer Gebrauchtwarenhändlerin startet nach Brand wieder neu

Gera  Sabine Fritzsche-Günther eröffnet ihren An- und Verkauf am Wintergarten nach einem Brand im Frühjahr am 15. Oktober wieder.

An- und Verkauf-Halle im Hinterhof in der Reichsstraße von Sabine Fritzsche-Günther. Nach einem Brand im Frühjahr geht nun der Betrieb weiter. Die Brandschäden am Gebäude sind beseitigt und die angebotenen Gebrauchtwaren gereinigt.

An- und Verkauf-Halle im Hinterhof in der Reichsstraße von Sabine Fritzsche-Günther. Nach einem Brand im Frühjahr geht nun der Betrieb weiter. Die Brandschäden am Gebäude sind beseitigt und die angebotenen Gebrauchtwaren gereinigt.

Foto: Peter Michaelis

Sabine Fritzsche-Günther atmet auf. Die Brandschäden am Gebäude sind beseitigt. Alles ist wieder chic, manches ist neu und sogar noch schöner geworden. Nächste Woche, am 15. Oktober, eröffnet sie ihren An- und Verkauf im Hinterhof der Reichsstraße nahe des Wintergartens offiziell wieder. Am Dienstag ist sie mit dem Einräumen fertig geworden, preist derzeit alle Artikel aus. Etliche Kunden schauen jedoch schon in diesen Tagen bei ihr vorbei. Ein Herd, eine Kinderwiege, Lampen wechselten dabei den Besitzer. Oft sind im Geschäft die Ereignisse des 6. März ein Gesprächsthema.

Modellhäuschen mit Zahnbürste gereinigt

An jenem Abend zerstörte ein Großbrand die etwa 280 Qua­dratmeter große Halle des Gebrauchtwarenhandelsund damit auch die Existenz von Sabine Fritzsche-Günther, seit 19 Jahren Inhaberin dieses An- und Verkaufs. Nicht allein die Brandschäden am Gebäude legten die Nerven der Geraerin blank. Eine dicke Rußschicht überzog zudem sämtliche Gebrauchtwaren. Manche Dinge konnte die Inhaberin nur noch wegwerfen.

„Das Brauchbare lagerte ich erst einmal aus, um es dann Schritt für Schritt zurück zu holen und zu reinigen“, erzählt sie. Mit einer Zahnbürste und Fettlöser schrubbte sie die Modelleisenbahnhäuschen ab. Mittels Schleifgerät entfernte sie den hartnäckigen Ruß von Holzmöbeln und arbeitete diese auf. Die Arbeitsstunden hat Sabine Fritzsche-Günther nicht gezählt. „Fast jeden Abend bis Mitternacht“, sagt sie und ist froh, dass ihr etliche Freunde und Bekannte dabei tatkräftig unter die Arme gegriffen haben. Eine von ihnen ist Freundin Rena Berger. „Am Tag nach der Katastrophe war ich mit da, um anzupacken, aber auch um seelisch-moralisch zu helfen. Das war dringend nötig. Wir haben wirklich befürchtet, Sabine macht nicht weiter und haben ihr gut zugeredet. Nun ist der Laden wieder schön“, erzählt sie. Glücklich ist Sabine Fritzsche-Günther, dass selbst in der großen Halle nichts mehr an den schlimmen Brand erinnert. „Der Verkaufsraum sieht sogar besser aus als zuvor.“ Der zerstörte Teil des Hallendachs wurde erneuert. Einige ­frische Balken wurden eingezogen. „Elek­trik, Büro, Lichtkuppeln – alles ist neu“, so die Geschäftsinhaberin. Mit der Wiedereröffnung führt sie nicht nur bisher Gewohntes wie beispielsweise Hausrat, Kleinmöbel, Küchen und Modelleisenbahnen im ständigen Sortiment, sondern erweitert nun mit Bekleidung und Schmuck. „Besonderen Dank möchte ich allen sagen, die mich in der letzten Zeit unterstützt haben, insbesondere dem Arbeitsamt und dem Recyclinghof in der Berliner Straße in Gera. Letzterer hat mir problemlos alle Dinge abgenommen, die ich entsorgen musste“, so Fritzsche-Günther.

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