Geraer Gymnasiastinnen haben zur Jugendkultur der DDR geforscht und Preis gewonnen

Gera  Die Geraer Liebegymnasiastinnen Larissa Beer, Thea Prüfer und Patricia Zippel sind bei der Recherche zu ihrer Seminarfacharbeit überrascht worden.

Patricia Zippel (links) und Thea Prüfer vom Geraer Liebegymnasium haben mit ihrer Seminarfacharbeit, die sie gemeinsam mit Larissa Beer geschrieben haben, einen Preis gewonnen. Foto: Katja Grieser

Patricia Zippel (links) und Thea Prüfer vom Geraer Liebegymnasium haben mit ihrer Seminarfacharbeit, die sie gemeinsam mit Larissa Beer geschrieben haben, einen Preis gewonnen. Foto: Katja Grieser

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Punk, Blues, Gothic, Kirche und dann noch die Freie Deutsche Jugend (FDJ) – monatelang haben sich Larissa Beer, Thea Prüfer und Patricia Zippel mit Jugend- und Jugendsubkulturen in Thüringen in der DDR beschäftigt. Entstanden ist eine Seminarfacharbeit, für die die drei einen Sonderpreis beim Schülerwettbewerb der Stiftung ­Ettersberg gewonnen haben. 250 Euro gab es für die Schülerinnen des Geraer Liebegymnasiums, die seit ein paar Tagen ihr Abitur in der Tasche haben.

Zunächst einmal waren die jungen Frauen überrascht, wie viele verschiedene Strömungen bei der Jugendsubkultur es in der DDR doch gab. „Jeder hat auf seine Art versucht, sich gegen das System aufzulehnen“, berichtet Thea Prüfer über ein Forschungsergebnis. „Wobei es ihnen ja ursprünglich gar nicht um Rebellion ging. Sie wollten einfach nur ihr Leben leben. Und das ist unterdrückt worden – dagegen haben sie sich dann gewehrt“, erzählt Patricia Zippel.

Besonders beeindruckt waren die Gymnasiastinnen, als sie sich mit Punk in der DDR beschäftigten. „Damals haben die Punker noch richtig was ausgedrückt, ihre Ideale spiegelten sie mit ihrer Kleidung wider. Heutzutage gibt es selten eine Subkultur, die so etwas ausdrückt“, ist Thea Prüfer überzeugt.

Ein Jahr und drei Monate haben sie an der Seminarfacharbeit gesessen, ein halbes Jahr beschäftigten sie sich besonders intensiv mit dem Thema. Dankbar sind sie, dass sie bei ihrer Recherche auf Ansprechpartner gestoßen sind, die ihnen bereitwillig Auskunft gegeben und ihnen geholfen haben. Dazu gehören etwa die Mitglieder der Punkband „Deutsche Kinder“ aus Eisenberg, die den jungen Frauen über die damalige Zeit berichteten. „Sie spielen heute wieder gemeinsam – und zwar ihren eigenen Punk, wie sie es nennen“, sagt Thea Prüfer.

Dass sie mit ihrer Arbeit einen Sonderpreis gewinnen würden, damit haben die Schülerinnen nie gerechnet. Umso größer war die Freude bei der Verleihung in Erfurt. Das Geld kommt gerade recht: Thea Prüfer braucht es für ihre Krakau-Reise, Patricia Zippel für die Sprachschule, denn sie wird ein Jahr als Au-pair nach Frankreich gehen.

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