Geraer Schuhhaus Lobert schließt Filiale auf der Sorge

Gera  Altersbedingt konzentriert sich das Geraer Unternehmerpaar Lobert künftig aufs Stammhaus und die Filiale am Markt

Gudrun und Andreas Lobert stehen in ihrer Filiale auf der Sorge, die nach dem heute ­beginnenden Räumungsverkauf geschlossen wird.

Gudrun und Andreas Lobert stehen in ihrer Filiale auf der Sorge, die nach dem heute ­beginnenden Räumungsverkauf geschlossen wird.

Foto: Peter Michaelis

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Sorgenkind Sorge: Mit der Filiale des Schuhhauses Lobert schließt in der Geraer Einkaufsstraße demnächst ein weiteres Geschäft, eines der größeren. Seit 1. März 2011 hatte das Geraer Unternehmerpaar Andreas und Gudrun Lobert unweit ihres Stammhauses in der Großen Kirchstraße auch das gut 300 Quadratmeter große Geschäft auf der Sorge betrieben, einem Teil der früheren Verkaufsräume von Peek&Cloppenburg, die noch zur Amthorpassage zählen.

Räumungsverkauf bis Jahresende

Eigentlich als Provisorium für umfangreiche Bauarbeiten am Stammhaus gedacht und dafür zunächst für drei Jahre vom Insolvenzverwalter der Amthorpassage angemietet, ließ sich das Geschäft auf der Sorge laut Schuhhaus-Inhaber Andreas Lobert dann aber so gut an, dass man auch nach Abschluss der Arbeiten, die sich durch einen Brand zusätzlich verzögerten, weiter zweigleisig fuhr. Oder besser: dreigleisig, denn auch der Rieker-Shop am Markt gehört zu Loberts.

Der Grund der Unternehmer für die Aufgabe der Filiale auf der Sorge voraussichtlich bis Jahresende ist schnell erzählt: Er, 65 Jahre, und sie, 64 Jahre, wollen altersbedingt kürzer treten. „Man wird nun mal nicht jünger“, sagt Gudrun Lobert und ihr Mann ergänzt, dass man auch an die Gesundheit denken müsse. Deshalb wolle man sich nun auf das Stammhaus und die Rieker-Filiale konzentrieren.

Doch natürlich stellt sich hinsichtlich des Alters auch für diese Geschäfte die Frage nach der Perspektive: „Wir können das nun etwas gelassener angehen“, sagt Andreas Lobert und meint damit die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin. Hierbei sei Andreas Lobert recht zuversichtlich und hoffnungsvoll, einen Zeitplan gibt man sich aber nicht vor.

Für die in der Regel fünf bis sechs Beschäftigten in der Sorge-Filiale steht ab Donnerstag zunächst der große Räumungsverkauf auf dem Programm, für den das Geschäft in dieser Woche für ein paar Tage geschlossen war. Durch die endgültige Schließung soll es nach den Vorstellungen der Loberts „möglichst zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen“. Hierbei baut man laut Andreas Lobert auf die „übliche Fluktuation“, aber auch auf verstärkte Anstrengungen im Online-Geschäft, so dass man davon ausgehe, den überwiegenden Teil der Mitarbeiter künftig in den beiden weiter bestehenden Geschäften einsetzen zu können.

Doch wie ist es nun um die Gemütslage bestellt? Andreas Lobert spricht von zwei Herzen in seiner Brust. Auf der einen Seite die angesprochene Entlastung zugunsten der eigenen Gesundheit, zum anderen aber natürlich auch Bedauern. Diese „Traurigkeit“ überwiegt bei seiner Frau, wie sie sagt: „Weil wir das alles hier mit so viel Herzblut aufgebaut haben. Es ist schon schade.“ Und natürlich sei es schade für die Sorge, das könne einem als Geraer nicht egal sein. Deshalb hoffen sie auch, dass das Geschäft auch nach der Schließung schnell wieder mit Leben gefüllt wird. Der Vermieter, sagt Andreas Lobert, habe bereits reagiert, der Entschluss sei kein kurzfristiger gewesen.

Im Stammhaus und dem Geschäft am Markt schreibt man dann bis auf Weiteres die lange Geschichte des Geraer Traditionsunternehmens fort: Vor knapp einem Jahr beging das in dritter Generation geführte Schuhhaus sein 115-jähriges Bestehen.

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