Geraer spielen online Schach gegen Jugendliche aus Rostow am Don

Gera  Mit einem Online-Schachvergleich wird die Städtepartnerschaft Gera-Rostow am Don mit Leben erfüllt

Die Geraer spielen den internationalen Schachvergleich mit Rostow in der Otto-Dix-Grundschule. Hier ist Andreas Schubert mit den ESV-Spielern beim Auslosen am Handy. Übungsleiter Dieter Hilbig (hinten Mitte) studiert den Ablaufplan.

Die Geraer spielen den internationalen Schachvergleich mit Rostow in der Otto-Dix-Grundschule. Hier ist Andreas Schubert mit den ESV-Spielern beim Auslosen am Handy. Übungsleiter Dieter Hilbig (hinten Mitte) studiert den Ablaufplan.

Foto: Manfred Malinka

Ein internationaler Schachvergleich via Internet zwischen Jugendlichen des ESV Gera und der Schachförderation Rostow am Don (Russland) ist neu. Solch ein Online-Schachturnier über 2500 Kilometer Entfernung gab es bisher nämlich noch nicht. Dass er im Computerkabinett der Otto-Dix-Grundschule mit Anfangsschwierigkeiten startete, ist daher nur allzu verständlich. So war die Zeitumstellung zu beachten und die Auslosung vorzunehmen. Um alles hatte sich Trainer Dieter Hilbig vom ESV Gera in der Vorbereitung akribisch gekümmert. Er war aber dennoch nervöser als seine Spieler. Die ehemaligen Grundschüler der Dix-Schule sind heute alle zwischen 14 und 16 Jahren alt und Internet-Schach erprobt. Die Russen, zwischen zehn und 16 Jahre alt. Sie bauten an jedem der acht vorgesehenen Plätze ein original Schachbrett auf und gaben ihre Züge über die Handytastatur ein. Das neue Kapitel im Rahmen der Geraer Städtepartnerschaften wurde dann nicht 17 Uhr, wie geplant, sondern erst gegen 17.30 Uhr aufgeschlagen. Nachdem es in der Vergangenheit bereits zahlreiche direkte Schachvergleiche mit Mannschaften aus den Geraer Partnerstädten Sliven (Bulgarien), Plzen (Tschechien), Timisoara (Rumänien), Pskow (Russland) und Kuopio (Finnland) gab, ging es nun erstmals gegen Rostow.

Zustande gekommen war der Kontakt über Andreas Schubert, Vater von Nikita Schubert, einem ehemaligen Dix-Schüler und Geraer Schachtalent und vielfacher Turnier-Sieger. ­Andreas Schubert kam bei einem Besuch einer russischen Sport-Delegation in Gera im Mai mit einem russischen Funktionär ins Gespräch, der sich entlocken ließ, dass sein Sohn Schach spiele. Und schon war er mit Schubert auf einer Wellenlänge.

Schulleiterin Anett Meyer hatte den acht ESV-Spielern vorab viel Erfolg gewünscht. Als die Geraer Aaron Liebold (Brett 1), Nikita Schubert (2), Magnus Müller (3), Marius Helmsdorf (4), Marek Frank (5), Anna-Sophie Gerber (6), Moritz Schulter (7) und Wilhelmine Engelhardt (8) ihre Plätze eingenommen hatten, ging es los.

Die Russen durften beginnen. Pro Zug hatte jeder Spieler fünf Sekunden Bedenkzeit, eine Stunde für das gesamte Spiel. Am PC wurde jede mögliche Spielvariante empfohlen, in Rostow war das freilich nicht möglich. So hatten die Geraer einen kleinen Vorteil, die Russen aber das größere Reservoir, hat doch die Stadt am Don 1,2 Millionen Einwohner. Alle gemachten Züge bleiben im Computer gespeichert, er weiß auch, wer Regelkenntnis hat und wer nicht. „Wir spielen auf der Onlineplattform www.schach.de “, teilte Dieter Hilbig seinen Mitteldeutschen Meisterspielern der U14 und U16 mit, die Dritte wurden. Chancenlos waren die Geraer gegen die Russen nicht. An den drei leistungsstarken Brettern wurde je ein Remis erreicht, an einem Brett gewonnen. „Wir haben nicht enttäuscht“, freute sich der Übungsleiter über ein neues Kapitel in der Städtepartnerschaft.

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