Geraer Tierpark erlebt Besucherrekord

Fast 160.000 Gäste im Corona-Jahr und 21.000 Euro mehr Spenden als 2019

Tierinspektor Steffen Horn hält im Bauernhof ein im Dezember geborenes Walliser Schwarznasenlamm auf dem Arm.

Tierinspektor Steffen Horn hält im Bauernhof ein im Dezember geborenes Walliser Schwarznasenlamm auf dem Arm.

Von Sylvia Eigenrauch

Gera. Noch kurz vor Weihnachten ist ein Walliser Schwarznasenlamm im Bauernhof des Geraer Tierparkes zur Welt gekommen. Besucher haben es bislang nicht sehen können. Am 15. Dezember wurde der Park das zweite Mal wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Trotzdem ist ausgerechnet das vergangene Jahr ein Beleg dafür, wie attraktiv der Waldzoo im Martinsgrund für die Besucher ist.

Denn sie stellten mit ihrer Zugewandtheit einen neuen Rekord auf. Fast wäre die Marke von 160.000 Gästen geknackt worden. Ganz genau kamen 157.395 Besucher, obwohl in Summe zwei Monate die Tore zublieben. Hauptsächlich aus Gera, aber auch aus Zwickau, Jena, dem Saale-Holzland-Kreis, dem Saale-Orla-Kreis und sogar aus Erfurt und Leipzig zog es Tierfreunde in die 1962 eröffnete Anlage. 31.424 von ihnen wurden zu Passagieren der Parkeisenbahn, die auf einem 800 Meter langen Gleis durch den Wald fährt.

Ein Stück städtische und kulturelle Identität

„Die Gerschen haben eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Tierpark. Er ist für sie ein Stück städtische und kulturelle Identität. Diese Funktion ist 2020 noch wichtiger geworden“, sagt Konrad Nickschick, der Leiter des Umweltamtes in der Geraer Stadtverwaltung, zu dessen Ressort seit 2016 auch der Waldzoo gehört. Beleg für diese Beziehung ist auch die gewachsene Spendenbereitschaft. Schon zur Jahresmitte war der 2019er Spendenbetrag von 46.736,80 Euro überboten. Insgesamt kamen im Vorjahr 67.368,73 Euro und damit reichlich 21.000 Euro mehr als 2019 zusammen.

Nachfrage nach Tierpatenschaften ungebrochen

Ungebrochen ist die Nachfrage nach Tierpatenschaften. Einige waren ein Weihnachtsgeschenk. 28 neue Patenschaften kamen im Vorjahr dazu, so dass deren Zahl jetzt bei 72 liegt. Für die beiden Mädchen der drei Löwengeschwister, die im Februar erwartet werden, hatten sich mindestens zehn Interessenten gemeldet, berichtet Tierinspektor Steffen Horn. Welches Tier oder welche Tiergruppe sich für eine Patenschaft eignet, besprechen Interessenten mit den Mitarbeitern des Tierparkes. Sie sind es auch, die den Paten über die Entwicklung seines Schützlings auf dem Laufenden halten. Die finanzielle Zuwendung wird jeweils individuell festgelegt. Jede Patenschaft dauert ein Jahr. So lange hat der Pate freien Zutritt zum Tierpark. Auf Wunsch darf er ein Schild am Gehege anbringen.

Mehr als 800 Tiere in fast 80 Tierarten leben derzeit im Martinsgrund. Die genaue Zahl wird bei der laufenden Inventur gerade ermittelt. 17 Mitarbeiter und fast genauso viele Helfer versorgen die Tierbewohner. Ab September soll es wieder einen Azubi geben. Fünf neue Tiergruppen kamen im Vorjahr dazu. Neben den Walliser Schwarznasenschafen waren das auch die Soayschafe und die Owamboziegen, die ebenfalls im Bauernhof leben.

Inzwischen keimt die Idee, einen neuen Tierparkförderverein zu gründen. Der seit 1991 existierende Verein der Freunde und Förderer des Tierparks Gera hatte sich 2018 aufgelöst. „Die Liquidierung hat noch nicht stattgefunden“, hatte Nickschick kurz vor dem Jahreswechsel gesagt. Eine Satzung für den neuen Verein liege im Entwurf vor.

Mehr Informationen unter www.unser-waldzoo-gera.de

Besucher-Statistik

2016: 125.037

2017: 134.137

2018: 143.434

2019: 155.150

2020: 157.395

Passagiere Parkeisenbahn

2016: 36.036

2017: 38.420

2018: 40.601

2019: 45.559

2020: 31.424