Geraer Volleyballer verpasst EM-Ticket

Kienbaum  Der 19-jährige Volleyball-Diagonalspieler Linus Weber muss erfahreneren Spielern den Vortritt lassen.

Ohne den nur auf Abruf nominierten Geraer Linus Weber (Mitte) findet die Volleyball-Europameisterschaft der Männer ab 13. September in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Slowenien statt.

Ohne den nur auf Abruf nominierten Geraer Linus Weber (Mitte) findet die Volleyball-Europameisterschaft der Männer ab 13. September in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Slowenien statt.

Foto: Jens Lohse

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Während die DVV-Volleyballerinnen bei der Europameisterschaft am gestrigen späten Mittwoch Abend gegen Polen im Viertelfinale standen, schwitzten die deutschen Herren bei ihrer EM-Vorbereitung in der Sportschule Kienbaum. Mehr als einen Monat lang trainierte man im Zehn-Tages-Rhythmus, ehe immer vier Tage Pause anstehen.

Zum 16er-Kader gehörte auch der 19-jährige Geraer Linus Weber, der vor zwei Jahren in Polen mit dem Giani-Sechser bereits Vizeeuropameister wurde, damals aber ohne Einsatz blieb.

Nachdem es am letzten Wochenende in Kienbaum zwei Trainingsspiele gegen die holländische Volleyball-Nationalmannschaft gab, stand bereits am Montag die interne Nominierung des endgültigen EM-Kaders an. „Ich bin hier kein Leistungsträger, will etwas dazulernen und spüre, täglich Fortschritte zu machen. Trotzdem wird es schwer, wieder bei der Europameisterschaft dabei zu sein“, wusste Linus Weber.

Mit guten Leistungen ins Gespräch bringen

Bundestrainer Andrea Giani hatte nach dem schwachen Abschneiden in der Nations League Ausnahmevolleyballer Georg Grozer ins Vorbereitungscamp geholt, der allerdings mit Knieproblemen kämpfte und deshalb längst nicht alle Trainingseinheiten bestreiten konnte. Zweiter quasi gesetzter Diagonalspieler war Simon Hirsch, der in der Nations League oft der deutsche Top-Scorer war. „Es liegt am Bundestrainer, wie er sein Team aufstellt, ob er vielleicht wieder einen dritten Diagonalspieler anstelle eines zweiten Liberos mitnimmt. Ich setze mich nicht zu sehr unter Druck, bin eigentlich in einer Win-win-Situation“, so Linus Weber im Vorfeld, der deshalb nicht wirklich überrascht war, nicht zum EM-Aufgebot zu gehören.

„Ich bin auf Abruf nominiert. Also muss meine zweite Europameisterschaft wohl noch warten. Der Vorteil ist, dass ich nun schon am übernächsten Sonnabend zu meinem neuen italienischen Verein Power Volley Milano stoßen werde“, sagt der 19-Jährige, der in der letzten Saison noch mit den Berlin Recycling Volleys den deutscher Meistertitel geholt hatte.

Die Europameisterschaft, bei der der DVV-Sechser ab 13. September in der Vorrunde in Belgien neben dem Gastgeber auch auf Serbien, Österreich, die Slowakei und Spanien trifft, wird er aus der Ferne verfolgen.

Seine Nationalmannschaftslaufbahn ist lediglich unterbrochen. Mit guten Leistungen in Mailand wird er sich wieder ins Gespräch bringen, wohlwissend, dass Bundestrainer Andrea Giani die italienische Liga wie seine Westentasche kennt.

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