Geras Friedhöfe gehören zum immateriellen Weltkulturerbe

Gera.  Die Stadt beteiligte sich an der bundesweiten Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ und dem Tag des Friedhofs am Sonntag.

Matthias Mittenzwey enthüllt am Südfriedhof eine Hinweistafel.

Matthias Mittenzwey enthüllt am Südfriedhof eine Hinweistafel.

Foto: Peter Michaelis

Stellvertretend für die insgesamt 13 Friedhöfe der Stadt Gera steht der Südfriedhof in Debschwitz jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. Matthias Mittenzwey, Leiter des Amtes für Stadtgrün, brachte zusammen mit Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung am Freitag ein Schild am Haupteingang des Friedhofs an. Es weist auf die Bedeutung der Friedhofskultur hin.

Damit ist Gera Teil eines bundesweiten Netzwerks von über 100 Städten, die den diesjährigen Tag des Friedhofs am Sonntag, 20. September, der Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe widmen.

Kulturhistorisch einzigartig

„Im 19. Jahrhundert eingeweiht, findet sich auf dem Südfriedhof eine Vielzahl von kulturhistorischen Bauten mit der Kapelle als ein Kleinod und mehr als 270 denkmalgeschützten Grabanlagen, insbesondere an den Wänden. Hinzu kommt auf den knapp fünf Hektar ein großer Baumbestand auf der denkmalgeschützten Anlage“, erklärte Matthias Mittenzwey, warum die Stadt den Südfriedhof für diese bundesweite Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ ausgewählt hatte.

Außerdem stehe der Südfriedhof für die Symbiose der Friedhofskultur, so Mittenzwey. Sie vereine alles, wofür die Menschen den Friedhof aufsuchen. Und das sei bei weitem mehr, als Gräber anlegen und gestalten, als Trauern, Gedenken und Würdigen. „Hinterbliebene begegnen sich auf dem Friedhof und viele Einwohner nutzen ihn auch als Parklandschaft. Der Südfriedhof ist die grüne Lunge mitten in diesem Stadtteil“, so Mittenzwey.

In die Liste „Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ aufgenommen zu sein, sei für die Stadt Gera eine hohe Wertschätzung im Sinne von Aufmerksamkeit für das Thema Friedhof und Friedhofskultur.

Pflegeleicht im Trend

Die Bestattungskultur entwickelt sich mehr und mehr in Richtung pflegearme Gräber und naturnahe Bestattungen. „Deshalb haben wir auf dem Ostfriedhof auch Baumbestattungen eingeführt, auf der grünen Wiese ohne bauliche Anlagen, sondern nur mit einem Gedenkstein oder -schild“, so der Amtsleiter Stadtgrün.

Das Thema Baumbestattung sei bereits auf den Untermhäuser Friedhof ausgeweitet worden und man wolle auch in Langenberg damit beginnen. „Denn die Nachfrage ist erstaunlich hoch wie überhaupt der Trend zu pflegeleichten Anlagen geht oder zu Bestattungsanlagen mit professionellen Pflegeverträgen“, so Mittenzwey.