Geras SBBS-Schüler üben am neuen Elektroauto

Gera.  Die SBBS Technik Gera bekommt einen neuen BMW i3 zu Trainingszwecken.

Die Mechatronikerlehrlinge Michelle Kemter und Jan Hopp müssen nichtleitende Schutzkleidung tragen.

Die Mechatronikerlehrlinge Michelle Kemter und Jan Hopp müssen nichtleitende Schutzkleidung tragen.

Foto: Peter Michaelis

Elektrobetrieben, 260 Kilometer Reichweite, rote Karosse mit schwarzem Dach und schwarzer Motorhaube: Der neue BMW i3 im Wert von 46.000 Euro stand gestern auf dem Gelände der Staatlichen Berufsbildenden Schule Technik (SBBS) Gera in der Berliner Straße.

„Das hochwertig ausgestattete Auto ist eine Spende von BMW und der Cloppenburg GmbH, Filiale Gera, und diene zu Trainingszwecken. Es ist das erste Elektroauto und das vierte gesponserte Auto, das wir übergeben. Es bleibt hier und muss nicht zurückgegeben werden“, sagte am Freitag Manuel Menzel von der Cloppenburg GmbH Erfurt. Höchste Servicequalität fange schließlich mit einer fundierten Berufsausbildung an, fügte er hinzu.

Der BMW i3 werde für die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten künftiger Kfz-Mechatroniker mit Fachrichtung System- und Hochvolttechnik genutzt, so der Leiter der SBBS Ralf Günther.

Elektromobilität spiele zunehmend eine wichtige Rolle im gesamten Kfz-Sektor und gehöre zu den Kernkompetenzen, die an der Berufsschule erworben werden könne. Modernste Technologie hautnah im Unterricht erleben und untersuchen – das motiviert.

Statt mit Puppen lieber mit Autos gespielt

Als die ersten Lehrlinge in Gera inspizierten Michelle Kemter und Jan Hopp den rot-schwarzen Neuzugang. Beide müssen nichtleitende Schutzkleidung tragen, da bei Servicearbeiten starke Ströme fließen können.

Die 19-Jährige ist im dritten Ausbildungsjahr. Im Februar nächsten Jahres beendet die Geraerin mit einer weiteren jungen Frau die Lehre. Sie lernen in der 2016 gegründeten Landesfachklasse mit Spezialrichtung System- und Hochvolttechnik. „Dass mich die Jungen akzeptieren, daran musste ich lange arbeiten“, sagte Michelle Kemter. Längst funktioniert es. Anerkennung verschaffte sie sich durch Interesse und Können. „Schon als Kind habe sie lieber mit Autos gespielt als mit Puppen. „Ich wollte von Anfang an was mit Autos machen.“ Ein anderer Beruf kam ihr nie in den Sinn.

Manchmal schaue sie in das Fahrzeug ihrer Eltern und repariere, mache die Bremseninspektion. Autos bestimmen ihr Leben. 300 Kfz-Lehrlinge bildet gegenwärtig die SBBS in vier Bereichen aus. Im September dieses Jahres fangen 21 Mädchen und Jungen in der Landesfachklasse ihre Ausbildung an. Auch Matthias Julke, Serviceleiter bei Cloppenburg in Gera, lernte hier.

Keiner wurde entlassen während Corona

„Allerdings vor 14 Jahren. Momentan haben wir sieben Lehrlinge im Kfz-Bereich an der Schule. In den vergangenen drei Jahren konnten wir am Standort Gera drei Auszubildende übernehmen und am Standort Altenburg zwei. Alle sind noch in unserem Unternehmen. Während der Corona-Pandemie musste keiner der 50 Mitarbeiter in Gera entlassen werden.“

Der Autokauf würde wieder anziehen. Hybrid-Fahrzeuge seien bei den Kunden im Kommen, so Matthias Julke.