Gold für Jasmin Müller und Dennis Kühn

Berlin  Radsport: Silber für Domenik Wolf sowie Silber und zweimal Bronze für Lena Charlotte Reißner bei Deutscher Bahnmeisterschaft

Dennis Kühn. Der Schützling von SSV-Trainer Gerald Mortag erkämpfte bei den Deutschen Bahnmeisterschaften in Berlin Gold im Teamsprint.

Dennis Kühn. Der Schützling von SSV-Trainer Gerald Mortag erkämpfte bei den Deutschen Bahnmeisterschaften in Berlin Gold im Teamsprint.

Foto: Reinhard Schulze

„Eine super Deutsche Meisterschaft und ein würdiger und gelungener Vorgeschmack auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im Bahnradsport 2020 in Berlin“, so SSV-Trainer Gerald Mortag nach seiner Rückkehr von den Deutschen Bahnmeisterschaften aus der Bundeshauptstadt.

Doch zurückgekommen war er nicht mit leeren Händen. „Für uns Thüringer war es eine äußerst erfolgreiche Deutsche Meisterschaft, bei der unsere Sportlerinnen und Sportler 36 Medaillen erkämpfen konnten, darunter zwölfmal Gold, elfmal Silber und 13-mal Bronze“, lobte der vierfache Bahnweltmeister das Abschneiden, wohl wissend, wie viel Mühe, Fleiß und Schweiß dahinter steckt.

Besonders lobte er das Abschneiden des Nachwuchses mit acht Mal Gold, sechs Mal Silber und sieben Mal Bronze. Erfreulich auch das Abschneiden des Nachwuchses vom SSV Gera 1990 mit jeweils zwei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.

Für eine Überraschung sorgte Dennis Kühn. Anfangs stand es noch nicht fest, ob er überhaupt beim Teamsprint zum Einsatz kommt. Während Willy Weinrich (Breitenworbis) und Julien Jäger (Erfurt) im Vorfeld fest nominiert waren, war offen, ob der Geraer oder Dennis Bloch vom SV Sömmerda die Position des Anfahrers einnimmt.

Für die Entscheidung zugunsten des Mortag-Schützlings sprach dann auch sein Ergebnis im Sprint, wo er über 200m fl. in 11:163 Sekunden persönliche Bestzeit fuhr und Platz neun belegte. „Durch seine konzentrierte Fahrweise trug er wesentlich mit zum Erfolg bei. Als Starter im jüngeren Jahrgang bei den Junioren hat Dennis gerade in den letzten Monaten einen großen Leistungssprung gemacht, was auch sein fünften Platz im Keirin unterstreicht“, so sein Trainer Gerald Mortag.

Für den 16-Jährigen ging mit dem DM-Titel ein Traum in Erfüllung. „So ein DM-Trikot hätte ich gern“, sagte er im Vorfeld der DM zu seiner Oma Heike, die dann darauf antwortete: „Na dann streng dich an!“

Gefallen schien der Geraer auch an der Disziplin Keirin gefunden haben. In der vorletzten Runde drehte er einmal richtig auf und arbeitete sich vor bis zur Spitze, musste dann zum Schluss erst noch einmal Lehrgeld zahlen. Im kommenden Jahr will er in dieser Disziplin den Titel holen.

Mit ihrer Zeit über 2000 Meter eher unzufrieden, konnte sich Jasmin Müller am darauffolgenden Tag in der 4000 Meter Mannschaftsverfolgung bei den Juniorinnen weiter steigern und raste im Thüringer-Quartett, gemeinsam mit Thalea Mäder (Erfurt), Friederike Stern (Elxleben) und Gastfahrerin Paula Leonhardt (Berlin), nach Platz zwei in der Qualifikation (4:53,519 min.) in 4:46,821 min. zum Deutschen Meister-Titel und triumphierten über das Team Bayern. Mit ihrem neunten Rang konnte Jasmin Müller sich im Punktefahren unter den besten zehn Starterinnen platzieren.

Mit Startschwierigkeiten hatte auch Domenik Wolf in der 3000 Meter Einzelverfolgung zu kämpfen, was er dann aber über die 4000 Meter Distanz bei der Mannschaftsverfolgung wieder ausbügeln konnte.

Der Junioren-Vierer des LV Thüringen mit Domenik Wolf (Gera), Axel Borgwald, Yannik Niebergall (beide Erfurt) und Paul Groch (Sömmerda) fuhr in der Qualifikation die zweitschnellste Zeit in 4:13,507 min. und ging als Titelverteidiger ins große Finale gegen den Vorjahres-Finalgegner vom LV Brandenburg (Qualizeit 4:12,724 min). Die Thüringer Junioren konnten sich im Finale zwar nochmals auf eine Zeit von 4:12,070 min steigern, mussten sich jedoch gegen die Mannschaft vom LV Brandenburg (4:09,595 min) geschlagen geben und gewannen am Ende die DM-Silbermedaille.

Mit jeweils Platz vier im Punktefahren und Madison, gemeinsam mit Yannick Noah Andrä vom SV Aufbau Altenburg, verfehlte Domenik Wolf jeweils nur knapp einen der Medaillenplätze.

Andrä, der in Erfurt trainiert, bot den bei Titelkämpfen im Juniorenbereich eine starke Leistung. In der Einer-Verfolgung erreichte er Platz 23, in der Mannschaftsverfolgung erkämpfte ermit Grosch, Borgwald, Niebergall und Wolf Silber und im Punktefahren belegte er Platz 15.

Lena Charlotte Reißner erkämpfte sich bei den nationalen Titelkämpfen in der Frauenklasse Silber in Madison und Bronze im Scratch sowie in der 4000 Meter Mannschaftsverfolgung.

Eng ging es bei den Frauen in der 3000 Meter Einzelverfolgung zu, wo Lena Charlotte Reißner in bisheriger Bestzeit von 3:43,664 min. mit nur geringem Abstand zu Rang vier, Platz acht belegte. Das Punktefahren beendete sie auf Rang sechs.

Das Team LV Thüringen der weiblichen Jugend mit Lara Röhricht (SSV Gera), Tasia Ballhaus (SV Sömmerda), Isabel Wollweber (RSC Turbine Erfurt) und Franzi Arendt (RSC Turbine Erfurt) schaffte in der Qualifikation der 3000 Meter Mannschaftsverfolgung eine Zeit von 3:46,414 min und steigerte sich damit um fast 10 Sekunden gegenüber der Vorjahreszeit.

Im kleinen Finale gegen ein Mixed Team (Qualizeit 3:44,359 min) kam für Isabel Wollweber die Erfurterin Cassandra Bloch ins Team. Trotz nochmaliger Steigerung auf 3:44,304 min mussten sich die Thüringer Jugendfahrerinnen geschlagen geben und verfehlten mit dem vierten Platz nur knapp eine DM-Medaille.

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