Graffiti für den Kinderschutz an Bahnbrücke nahe des Comma in Gera

An der Bahnbrücke zwischen Comma und Heinrichsbrücke entsteht seit Wochenbeginn ein Graffiti für das Kinderpräventionsprojekt Sabaki

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Gera. Die Polizei war auch schon da. Seit an der Bahnbrücke in der Heinrichstraße ein 32 Quadratmeter großes Graffiti entsteht, hatte so manch besorgter Bürger befürchtet, die Aktion sei illegal. Weit gefehlt.

Das Kindergewaltpräventionsprojekt "Sabaki" von Mike und Mandy Wolf, die Deutsche Bahn und die Folienfabrik Gera hatten das Vorhaben lange abgesprochen. Sie wollen an der stark frequentierten Stelle aufmerksam machen auf den "Safe Point". Die Initiative ist neben den Schulungen, in denen Kinder lernen, sich durch Ausweichen vor Gewalt zu schützen, Teil des "Sabaki"-Programms. Firmen, Einrichtungen und Geras öffentlicher Nahverkehr machen mit und zeigen Kindern per Aufkleber mit rotem Igel, dass sie hier sicher sind und dass die Erwachsenen wissen, wie bedrängten und verfolgten Kindern zu helfen ist.

Dieses Ansinnen bringen die Graffitikünstler der Folienfabrik auf die Betonwand. Ein Geraer Gebäudedienstleister hatte zuvor die Fassade gereinigt, das Gerüst stellte ein Weidaer Unternehmen. Nun sind Christian Schmidt, André Naumann und Nicky Brehmer am Zug. Das großformatige Motiv eines Mädchens am Telefon, mit Igel-Maskottchen, Slogan "Schutz durch Ausweichen" und Internet-Adresse ist am PC entstanden und wurde per Raster auf den Beton übertragen. Das hilft, die Proportionen zu wahren. Acryllack aus der Dose erweckt die Szene zum Leben. Echt wie ein Foto soll das Graffiti zum Schluss aussehen. "Vier Farbabstufungen werden für das Gesicht nötig sein", erklärt Christian Schmidt. Ihm und seinen Mitstreitern macht jedoch das wechselhafte Wetter zu schaffen: Bei Regen trocknen die Farben schlechter. Bis Freitag wollen oder müssen sie fertig sein, dann soll die Fassade offiziell vorgestellt werden.

"Sabaki"-Projektleiter Mike Wolf ist glücklich, viele Unterstützer gewonnen zu haben: alle Leistungen erfolgten kostenfrei. Das Graffiti sieht er als Ersatz für Flyer. "Die fliegen sowieso nur weg", sagte er. Die Infowand sei der richtige Weg, Menschen für das Thema zu sensibilisieren, Kinder an den "Safe Point" und ihre "Sabaki"-Schulung zu erinnern und mehr Einrichtungen auf die Initiative aufmerksam zu machen.

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