Geraer Musiker Jens Möller macht gerade große Pause

Gera.  Der Live-Musiker Jens Möller aus Gera nutzt die Coronazeit, um neue Songs einzustudieren.

Jens Möller, freischaffender Musiker in seinem Tonstudio in Gera.

Jens Möller, freischaffender Musiker in seinem Tonstudio in Gera.

Foto: Peter Michaelis

Wenn Jens Möller, der als „Der Mölli“ mit Live-Musik hauptberuflich auf Bühnen unterwegs ist, über seine aktuelle Situation spricht, schwankt er zwischen „Berufsverbot“ und „großer Pause“. Es ist ein Mix aus Frust und Optimismus, der herausklingt aus einem, der sonst die Leute mit Musik begeistern möchte.

Seit 2005 verdient der gelernte Tontechniker seinen Lebensunterhalt mit Live-Auftritten auf Veranstaltungen wie Stadtfesten, Kneipennächten oder privaten Feiern. Außerdem schreibt er Songs für andere Künstler und betreut sie in seinem Tonstudio. Alles Tätigkeiten, die durch die Corona-Pandemie rapide runtergefahren sind.

„Das hat mich erst so schockiert, dass ich nur mit Keksen und Schokolade auf dem Sofa lag“, beschreibt er die ersten Wochen im Frühjahr. Die Schokolade ist mittlerweile wieder abgelaufen, Veranstaltungen werden noch immer abgesagt. „Ich habe inzwischen Ausfälle im fünfstelligen Bereich“, erzählt Jens Möller.

Konzerte zu Hause zu spielen und ins Internet zu stellen, kommt für ihn nicht infrage – da fehlen trotzdem die Einnahmen. Genauso wenig möchte er Hartz IV beantragen: „Als Selbstständiger muss man sich beim Amt komplett nackig machen mit Kontoauszügen der letzten Monate“.

Was ihn stattdessen gerade über Wasser hält, sind Überbrückungshilfen vom Land, die immerhin besser funktionieren, als in anderen Bundesländern. Schwierig sei es jedoch, den Durchblick bei den verschiedenen Bedingungen für die Hilfen zu behalten. Einiges sei an Fixkosten gebunden, die in seinem Fall gar nicht so hoch ausfallen. „Unverständlich, warum kein Geld für die Lebenshaltungskosten der Veranstaltungsbranche da sein soll, aber für die Lufthansa oder Tui“, findet der 55-Jährige.

Seine Prognose für die nächsten Monate: „Bis März geht gar nichts“. Bis dahin hofft er auf einen Impfstoff und dass möglichst bald wieder Veranstaltungen stattfinden können. Wenigstens im kleinen Rahmen und draußen, sobald das Wetter besser wird. So lange lässt er sich seinen Optimismus nicht nehmen und arbeitet an seinem Bühnen-Repertoire.