Im Auto gut sehen und gesehen werden

Gera  „Mehr Sicherheit durch gutes Licht“: Im Oktober rufen Verkehrswacht und Kraftfahrzeuggewerbe zum „Licht-Test“ auf

Dekra-Prüfer Patrick Schönfeld (links) und Mike Rössel vom Autohaus Jokisch beim Licht-Test.

Dekra-Prüfer Patrick Schönfeld (links) und Mike Rössel vom Autohaus Jokisch beim Licht-Test.

Foto: Marcel Hilbert

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Nebel, Regen, kürzere Tage, die dunkle Jahreszeit steht bevor und eine funktionierende Beleuchtung am Fahrzeug gewinnt turnusmäßig an Bedeutung für eine sichere Fahrt. Seit nun schon 63 Jahren soll die Aktion „Licht-Test“ des Deutschen Kraftfahrzeuggewebes und der Verkehrswacht zu „Mehr Sicherheit durch gutes Licht“ beitragen. So lautet das Motto des diesjährigen Licht-Tests vom 1. bis 31. Oktober, ein anderes könnte immer heißen: Sehen und gesehen werden.

Weil letzteres nicht nur meint, von anderen Verkehrsteilnehmern durch funktionierende Beleuchtung in alle Richtungen überhaupt wahrgenommen zu werden, sondern auch, sie nicht durch falsche Einstellungen zu blenden, wird beides beim Licht-Test in den teilnehmenden Kraftfahrzeug-Meisterbetrieben überprüft. „Acht Bestandteile der Fahrzeugbeleuchtung werden auf Funktion und Einstellung überprüft“, sagt Stefan Haase, Geschäftsführer der Kfz-Innung Ostthüringen beim gestrigen thüringenweiten Kampagnestart in Gera. Im Autohaus von Obermeister Andreas Jokisch wurde das demonstriert, anhand eines dazu extra angeschafften modernen Prüf-, Mess- und Einstellgerätes. Prinzipiell seien alle Licht-Test-Werkstätten auf alle derzeit gängigen Formen der Beleuchtungstechnik vorbereitet, sagt Dietmar Hoffmann, Geschäftsführer im Landesverband des Kfz-Gewerbes. Seit 2017 sei das Vorhalten entsprechender Messtechnik für alle Prüfstützpunkte vorgeschrieben, sagt er. Auch sei der Licht-Test prinzipiell markenoffen, sodass im Grunde jedes Auto in jeder teilnehmenden Werkstatt durchgecheckt werden könnte. Praktisch wird aber um die Vereinbarung eines Termins gebeten, den man zum Beispiel mit dem Reifenwechsel und einem Wintercheck verbinden kann.

Wesentlich schwerer tun sich die Verantwortlichen mit einem Prinzip, das viele nach langen Jahren fest mit dem „Licht-Test“ verbinden: Dass die Überprüfung kostenlos ist. Ja, das reine Anschauen ist kostenfrei und auch kleine Mängel, die leicht zu beheben sind, werden kostenlos abgestellt. Doch ist es eben auch Fluch der segensreichen neuen technischen Möglichkeiten, dass vielfach schon Einstellarbeiten keine Sache mehr von Minuten sind, geschweige denn der Austausch von Leuchtmitteln. Wo hoher Aufwand und Ersatzteile nötig sind, müsse der Kfz-Meisterbetrieb dies auch berechnen, wirbt Andreas Jokisch um Verständnis.

Eine Tücke immer komfortablerer Technik, wie dem automatischen Tagfahrlicht, sei zudem, dass mancher sich zu sehr auf sie verlässt und vergisst, die Beleuchtung manuell auf die Erfordernisse anzupassen. Ein Beispiel sei Nebel, ein anderes Dunkelheit, aber gut ausgeleuchtete Straßen, wo der ein oder andere beim Losfahren schlicht vergisst, das Licht einzuschalten, sagt Jokisch. Auch auf die Anzeige kaputter Beleuchtung im Display könne man sich nicht immer verlassen. Verkehrspolizist Steffen Glöckner erinnert an die alte Regel, nach der man eigentlich vor Fahrtantritt die Beleuchtung überprüfen sollte.

Er und seine Kollegen werden im Licht-Test-Monat jedenfalls verstärkt bei Kontrollen ein Auge darauf haben, auch aus der Erfahrung hoher Mängelquoten in den Vorjahren. „Wir kontrollieren das den ganzen Monat, ganz gezielt zudem am 22. Oktober.“ Bei Verstößen, sagt Glöckner, drohten 20 Euro und Mängelschein. Viel wichtiger ist aber der Sicherheitsaspekt. Deshalb werbe auch die Verkehrswacht bei allen Verkehrsteilnehmerschulungen für die Aktion. Die Plakette, die nach dem Licht-Test in die Scheibe geklebt wird, zeigt der Polizei, dass hier das Licht funktioniert.

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