Insekten bilden die umfangreichste Sammlung

Gera.  Museumszeit: Das Museum für Naturkunde Gera entstand 1947 in einem Wahrzeichen von Gera.

Das Museum für Naturkunde (vorn) vom Turm der Salvatorkirche aus gesehen.

Das Museum für Naturkunde (vorn) vom Turm der Salvatorkirche aus gesehen.

Foto: Peter Michaelis

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Das Museum für Naturkunde Gera versteht sich als ein Archiv der Naturgeschichte Ostthüringens. doch hat es durch die Geschichte seiner Sammlungen noch weitaus mehr zu bieten.

Das Museum befindet sich in einem Wahrzeichen Geras, dem 1686 bis 1688 errichteten Schreiberschen Haus. Es überstand 1780 den größten Stadtbrand in Geras Geschichte. Bis 1947 dauerte es, ehe es als Museum genutzt wurde, denn damals wurde das gerettete Sammlungsgut aus dem 1945 schwer beschädigten Städtischen Museum im ehemaligen Zucht- und Waisenhaus in das Schreibersche Haus gebracht. Nach dem Wiederaufbau des Zucht- und Waisenhauses blieben die naturkundlichen Sammlungsbestände auf dem Nicolaiberg und aus dem Schreiberschen Haus wurde ein naturkundliches Museum, das 1984 nach mehreren Jahren Schließzeit neu eröffnet wurde.

Auch für die aktuelle Museumsarbeit sind gepflegte Sammlungsbestände die wichtigste Grundlage, so auch im Museum für Naturkunde. Dessen umfangreichste Sammlung bildet der Bestand an Insekten. Darunter zählen unter anderem Käfer, Schmetterlinge, Hautflügler und eine große Artenzahl von Vertretern kleinerer Insektenordnungen. Einen anderen Schwerpunkt im Bereich Zoologie bilden die Vögel mit Bälgen und Standpräparaten einheimischer aber auch exotischer Arten von Kolibris bis zu Paradiesvögeln oder sogar ausgestorbener Arten wie der Wandertaube.

Die botanische Sammlung umfasst vor allem Herbarbögen, also die gepresst konservierte Pflanzenwelt, wie sie vor Jahrzehnten in unserer Heimat vorzufinden war. Eine Lebendpflanzensammlung mit hunderten Arten wird im zum Museum gehörenden Botanischen Garten zwischen Schillerstraße und Nicolaistraße geführt.

Die abwechslungsreichen geologischen Verhältnisse in Ostthüringen sind Grund für die vielfältige geologische Sammlung mit Gesteinen, Mineralen und Fossilien. Von besonderer Bedeutung sind die Zechsteinfossilien Geras, die Graptolithen und die Mineralfunde der Uranlagerstätte Ronneburg vor den Toren der Stadt. Nicht vollständig wäre die Sammlung ohne die etwa 30.000 Bände umfassende naturkundliche Spezialbibliothek im Museum.

Der Autor Frank Hrouda ist Museumspädagoge am Museum für Naturkunde Gera

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