Jugendstation, Gefängnis, Wismutkrankenhaus: So geht es mit diesen Geraer Gebäuden weiter

Gera.  Wir haben uns zum aktuellen Stand rund um vier Immobilien des Landes - unter anderem die Polizeiinspektion - in Gera erkundigt. Für die meisten steht eine Entscheidung noch aus.

Die Jugendstation Gera zieht  laut Landesamt für Bau und Verkehr in die Berliner Straße 137c um (Foto).

Die Jugendstation Gera zieht laut Landesamt für Bau und Verkehr in die Berliner Straße 137c um (Foto).

Foto: Marcel Hilbert

Ein Gefängnis, das zum Verkauf steht; eine Polizeiinspektion, für deren Sanierung ein Ausweichquartier gesucht wird; ein Krankenhauskomplex, der auf eine neue Nutzung wartet; die gemeinsame Jugendstation von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe, für die ebenfalls ein neues Domizil gesucht wurde. Wir haben uns zum aktuellen Stand rund um diese vier Immobilien des Landes in Gera erkundigt.

Jugendstation unter neuer Adresse

Für die Jugendstation als gemeinsame Instanz im Kampf gegen Jugendkriminalität und für die Prävention selbiger, ist eine neue Adresse gefunden worden. Zum 22. September 2020 sei für die Berliner Straße 137c der Mietvertrag unterschrieben worden, wie das Landesamt für Bau und Verkehr auf Nachfrage mitteilt. Das Land hatte im Frühjahr ein Markterkundungsverfahren gestartet, um möglichen Ersatz für das Gebäude im Weg der Freundschaft – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tinzer Schloss – zu finden. Dieses Haus, in dem die Jugendstation seit ihrem Start im Jahr 2000 untergebracht war, wies inzwischen einige bauliche Defizite auf.

Vier Angebote seien für ein neues Domizil im Stadtgebiet eingegangen, in jenem nun angemieteten stünden Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe jeweils etwa 200 Quadratmeter zur Verfügung. Wie es mit dem alten Gebäude in Tinz weitergeht, ist noch nicht abschließend entschieden, teilt das Landesamt auf Nachfrage mit. Gegenwärtig werde verwaltungsintern geprüft, ob in einem Ressort des Landes Bedarf an dem Objekt bestehe.

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Verkauf der JVA Gera nicht mehr 2020

Nicht nur unsere Zeitung, sondern auch die Stadtratsfraktion „Für Gera“ interessiert, wie es mit dem Verkauf des ehemaligen Geraer Gefängnisses in der Greizer Straße 70 weitergeht. Drei Jahre sei es her, dass die JVA Gera geschlossen wurde, erinnert die Fraktion: „Leider ist der ursprünglich definierte Termin für den Verkauf mittlerweile verstrichen und ein neuer nicht benannt.“ Da sich parallel der Baustart der gemeinsamen JVA Sachsen-Thüringen erheblich verzögerte, fragte auch die Wählervereinigung nach dem aktuellen Stand. „Eine abschließende Entscheidung zum Verkauf der Liegenschaft wurde bislang nicht getroffen“, erklärt das Landesamt auf unsere Nachfrage: „Mit einer Entscheidung ist auch in diesem Jahr nicht zu rechnen.“

Die Fraktion „Für Gera“ erfuhr indes von der Stadtverwaltung Gera, dass diese auch selbst Vorschläge zur Nachnutzung eingebracht habe. So beispielsweise im Standortkonzept der Stadt Gera für die mögliche Außenstelle eines „Deutschen Zentrums für Mobilität der Zukunft“. In die Entscheidungsprozesse zur Immobilie sei die Stadt zwar nicht eingebunden, heißt es, man unterstütze aber deren Vermarktung durch die Vermittlung von Interessenten, die geeignete Flächen für ihre Vorhaben suchen. Auf weitere Nachfragen von „Für Gera“ erklärt die Stadt, dass nach ihrem Kenntnisstand das Justizzentrum Gera durch die künftige gemeinsame JVA nicht in Frage gestellt werde und, dass ihr keine Planänderungen bekannt seien, die sich aus der Verzögerung der gemeinsamen JVA hinsichtlich bestehender Thüringer Haftanstalten ergeben würden.

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Mehrere Angebote für Polizei-Ausweichquartier

Ebenfalls noch kein Ergebnis kann das Landesamt für Bau und Verkehr zur Suche nach einem Ausweichquartier für die Landespolizeiinspektion Gera vermelden. Wegen notwendiger Sanierungsarbeiten an den Gebäuden in der Theaterstraße 3 wurde der Markt in Gera hinsichtlich geeigneter Übergangsräumlichkeiten für etwa 350 Personen und den Polizeifuhrpark erkundet. Diese Suche sei noch nicht abgeschlossen, teilt das Landesamt mit. „Nach wie vor werden mehrere eingegangene Angebote auf ihre Eignung geprüft und über entsprechende Mietvertragsbedingungen verhandelt.“

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Noch keine Perspektive für Wismutkrankenhaus

Wie es derweil mit dem ehemaligen Wismutkrankenhaus weitergeht, das zwischenzeitlich der Flüchtlingserstaufnahme diente, steht indes noch in den Sternen. „Die weitere Verwendung des im Landeseigentum stehenden Geländes des ehemaligen Wismutkrankenhauses wird derzeit noch geprüft“, heißt es auf Nachfrage: „Soweit die Liegenschaft für Zwecke des Landes nicht mehr benötigt werden sollte, ist die Veräußerung im Wege des Angebotsaufrufs denkbar.“

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