SOS-Kinderdorf Gera

Kinder finden Mut und Selbstvertrauen wieder

Gera-Lusan.  Viele Kinder, die im SOS-Kinderdorf Gera ein neues Zuhause gefunden haben, müssen erst wieder Mut und Selbstvertrauen finden. Ein Therapieraum bringt dafür Angebote.

Ergotherapeutin Uta Belcke wird im Therapieraum mit förderbedürftigen Bewohnern des Kinderdorfes arbeiten.

Ergotherapeutin Uta Belcke wird im Therapieraum mit förderbedürftigen Bewohnern des Kinderdorfes arbeiten.

Foto: Peter Michaelis

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Viele Kinder, die im SOS-Kinderdorf Gera ein neues Zuhause gefunden haben, sind von traumatischen Erlebnissen, von Vernachlässigung oder Misshandlung geprägt. Diese zu überwinden, Selbstvertrauen und Mut wiederzufinden, Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen, dafür braucht es Zeit und oft eine professionelle Begleitung. Gegenwärtig wird ein moderner Therapieraum im Lusaner Domizil geschaffen und eingerichtet – komplett finanziert von der SOS-Kinderdorf-Stiftung.

„Wenn Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens kaum beachtet und gefördert werden, machen sich bei ihnen schnell Defizite bemerkbar. So kann manches Kind mit sechs Jahren einen Stift nicht richtig halten. Mit einer ergotherapeutischen Behandlung, über das Malen oder Werkeln mit Holz beispielsweise lassen sich spielerisch derartige Defizite aufholen. Insbesondere Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Alkohol oder Drogen konsumierten, haben häufig Konzentrationsprobleme. Auch hier sind Bastelangebote oder Entspannungsübungen sinnvoll. Wir wollen unseren Schützlingen zu einem guten Start ins Leben verhelfen. Das können wir nun mit den Therapieangeboten noch besser“, erklärt Nina Wunderlich vom SOS-Kinderdorf Gera.

Ein Stück mehr Unabhängigkeit

Starten wollen die SOS-Kinderdorffamilien mit ergotherapeutischen Behandlungen. „Bisher nutzten unsere Kinder ein externes Ergotherapieangebot. Nun sind wir ein Stückchen unabhängiger“, freut sich Wunderlich. Erzieherin Uta Belcke – sie verfügt über eine zusätzliche Ausbildung auf diesem Gebiet – wird mit den Mädchen und Jungen arbeiten. Darüber hinaus sind im neuen Raum Gruppentraining sowie ganz individuelle Therapien möglich. Ein Werkstatt- und Bewegungsbereich mit Werkbank und Werkzeug für Holz-, Ton-, und Textilarbeiten, mit Sprossenwand und Therapiekreisel sowie ein Sinnesbereich zum Entspannen mit Aromalampen, Tüchern, Klangschalen entstehen. Die Räume sind fertig umgebaut. Nun warten die Kinderdorffamilien auf die Ausstattung. „Der größte Teil davon ist bestellt. Das funktioniert aber nicht anders als beim Einrichten zu Hause, Wartezeit zehn bis zwölf Wochen“, meint Nina Wunderlich schmunzelnd.

32 Mädchen und Jungen zwischen fünf und 15 Jahren leben gegenwärtig in vier Wohngruppen im SOS-Kinderdorf Gera. Reichlich 50 Mitarbeiter, davon etwa 20 Pädagogen, sind für die Einrichtung tätig. Seit Kurzem ist diese von der Dualen Hochschule Gera-Eisenach auch als Praxispartner zertifiziert. Mit Semesterstart bildet sie zwei Studenten aus.

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