Kinobetreiber UCI gibt Gera auf

Gera  UCI stellt nach 23 Jahren seinen Kinobetrieb in Gera ein. Dabei gab es schon einen Termin für die Wiedereröffnung. Der Gebäudeeigentümer lässt unterdessen das Dach sanieren.

UCI Kino in Gera. Die Türen bleiben nun für immer geschlossen.

UCI Kino in Gera. Die Türen bleiben nun für immer geschlossen.

Foto: Peter Michaelis

Nach fast 23 Jahren Kinogeschichte ist die Entscheidung nun gefallen: Die Säle des UCI in Gera werden nicht wieder für den Spielbetrieb geöffnet, teilt das Unternehmen auf Anfrage dieser Redaktion am Dienstag mit und verwies auf Baumängel. Doch der Gebäudeeigentümer sucht weiter das Gespräch mit den UCI-Betreibern und erklärte, das Dach werde vollständig saniert.

Noch vor vier Wochen, Mitte Oktober, bekannte sich UCI zum Standort Gera. „UCI würde das Kino gerne so schnell wie möglich wieder eröffnen“, hieß es da. Für die Kinokette sei das UCI Gera, das man seit 1997 betreibe, „ein wichtiger Standort“, teilte damals das Unternehmen auf Anfrage mit.

Grund für die Schließung seien baulichen Probleme des Gebäudes, teilt UCI jedoch nun mit. Bereits seit Juni hat UCI in Deutschland, genau wie in den übrigen Regionen der Odeon-Gruppe in Europa, seine Spielhäuser nach und nach wiedereröffnet. Auch für das UCI Gera gab es bereits einen geplanten Wiedereröffnungstermin, um den regulären Spielbetrieb zum Kinostart von „Tenet“ Ende August rechtzeitig wieder aufzunehmen.

Für Gera es bereits einen Wiedereröffnungstermin

Aufgrund baulicher- und technischer Probleme in den letzten Monaten konnte das Kino jedoch bis zum heutigen Tag seine Türen nicht öffnen. „UCI und die Odeon Cinemas Group bedauern sehr, den Standort in Gera aufgeben zu müssen, der jedes Jahr für Tausende von Gästen ein Ort der Kultur und Unterhaltung war. Besonders schmerzt es uns für unsere vielen motivierten Mitarbeiter, die damit künftig nicht mehr Teil der UCI Familie sein werden“, schreibt das Unternehmen.

Komplettsanierung des Daches vorbereitet

Auf Nachfrage der Redaktion sagte jedoch der technische Berater des Gebäudeeigentümers: „Es ist richtig, dass es Wassereinbrüche gegeben hat. Wir haben aber alles versucht, das zu regeln und zu klären.“ Geplant sei, das Dach Anfang 2021 grundlegend zu sanieren. Aufgrund von Handwerkerkapazitäten sei dies nicht früher möglich gewesen. Man habe jedoch zusammen mit dem UCI versucht, im Sinne einer schnellen Wiedereröffnung Maßnahmen vorzuziehen. Als Vorgriff für die ohnehin geplante Sanierung wurde der komplette Kies des Daches entfernt, wurden sämtliche Schweißbahnen geprüft und alle undichten Stellen untersucht und verschlossen. Das habe im Vorfeld noch einmal hohe Kosten und großen Aufwand bedeutet. „Aber im Sinne einer schnellen Wiedereröffnung haben wir dies getan. Aus unserer Sicht steht einer Eröffnung des Kinos nichts im Wege“, so die Auskunft.

Gebäudeeigentümer: Weiter mit UCI verhandeln

„Der Eigentümer hat mit dem Vorgriff auf die Komplettsanierung des Daches ein deutliches Signal gesetzt. Er hat in kürzester Zeit alles versucht, um dem Wunsch des Betreibers nachzukommen. Offensichtlich ist das Kino damit aber nicht zufrieden“, ergänzte der Berater. Weiterhin versicherte er, dass es über die gesamte Zeit zwischen dem Eigentümer und dem UCI Gespräche gegeben habe. Diese sollen auch fortlaufen. Der Eigentümer wolle versuchen, am UCI dranzubleiben, um einen Weg zu finden, damit es weitergeht.

Mitarbeiter bereits gekündigt

Mit den Mitarbeitern sei bereits gesprochen worden. Es seien auch entsprechende Regelungen vereinbart worden, informierte eine Unternehmenssprecherin. Über Details dazu wollte sie keine Auskunft geben.

Derzeit sind alle Kinos in Deutschland, sowohl die von UCI betriebenen als auch die der Mitbewerber, gemäß den vom 2. bis 30. November geltenden Vorschriften der Bundesregierung geschlossen.

Stadt Gera reagiert überrascht

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung Gera hieß es am Dienstagnachmittag. „Wir sind überrascht und enttäuscht von der Nachricht über die Schließung der Geraer UCI Kinowelt. Der Oberbürgermeister wird Kontakt zur Geschäftsleitung suchen, um mögliche Alternativen zu diskutieren. Gera ohne einen Kinobetreiber dieser Art ist nicht im Sinne der Stadt.“

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