Kirchenkreis Gera sucht Superintendent

Gera.  Pfarrer Thomas Groß und Pfarrerin Christiane Schulz stellen sich mit ihren Gottesdiensten Interessierten vor.

Blick in Trinitatiskirche, in der die beiden Bewerber ihren Gottesdienst halten.

Blick in Trinitatiskirche, in der die beiden Bewerber ihren Gottesdienst halten.

Foto: Peter Michaelis

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„Ich bin gern Gemeindepfarrer“, sagt Andreas Schaller. Seit 2002 kümmert er sich um die Kirchgemeinden Langenberg, Tinz und Aga. Im April vergangenen Jahres kam eine weitere Aufgabe als amtierender Superintendent im Kirchenkreises Gera hinzu. Jene Stelle soll nun neu besetzt werden.

Andreas Schaller wurde auch gefragt, mehrfach. Er lehnte immer wieder ab. „Auf mich käme mehr Verwaltungsarbeit zu. Ich müsste Personalentwicklung und Interessenausgleich betreiben, Baugeschehen und Finanzen im Blick haben. Ich vergleiche den Umfang der Arbeit eines Superintendenten mit der eines Landrates.“

Bewerber ausMitteldeutschland

Ihm bliebe weniger Zeit für seine 1000 Gemeindemitglieder. Das Amt würde viel mehr Sitzungen und Gremienarbeit bedeuten. Er könnte keine Hochzeiten, Taufen oder Trauerfeiern begleiten. „Jetzt bin nah dran an den Menschen. Ich fühle mich wohl unter ihnen. Möchte all das nicht missen.“ Es sei schon schön, wenn die Neue oder der Neue von außerhalb kommt, meint Andreas Schaller. Bestehendes mit einem anderen Blickwinkel sehen.

Vier Bewerber aus dem mitteldeutschen Raum gab es für das Amt des Superintendenten. „Drei haben wir für uns ausgewählt. Sie zeichnen sich durch theologische Kompetenz und Leitungskompetenz, Offenheit und Mut aus, Dinge zu gestalten“, so Schaller. Ein Kandidat trat später aus persönlichen Gründen zurück.

Als eine neue Herausforderung sieht Christiane Schulz ihre Bewerbung. Die promovierte Theologin kann auf einen profunden Schatz zurückgreifen. Sie sei erfahren im Team und bei der Prozessentwicklung. So blickt die gebürtige Sächsin unter anderem auf die Arbeit als Schulbuchredakteurin für Ethik, Religion und Philosophie zurück. Von 2009 bis 20018 war sie im Landeskirchenamt als Projektmanagerin für die Lutherdekade und für das Reformationsjubiläum auf landeskirchlicher Ebene zuständig. Gegenwärtig ist sie Referentin des Landesbischofs. „Genau zuhören, wo der Schuh drückt und dann überlegen, was wir gemeinsam als Aufgabe identifizieren“, sieht sie als eine der ersten Aufgaben.

Christiane Schulz, die gern kocht und Musik hört wie Klassisches oder Pink Floyd und Genesis, verweist auf ihre Ostthüringer Bezüge: von 2004 bis 2007 war sie Pfarrerin in der Altenburger Kirchgemeinde. Die 51-Jährige sieht in der Stadt großes Potenzial und zahlreiche Aufbrüche, gerade von jungen Künstlern. Sie fragt, warum sich Gera klein mache. Falls die Wahlsynode Schulz am 8. Februar wählt, würde sie umziehen. Ihr Mann arbeitet als Richter am Amtsgericht in Leipzig.

Auch Thomas Groß packt dann die Koffer und sucht sich mit seiner Frau eine passende Wohnung. Da der 52-Jährige gern tanzt, würde er ebenso nach einer Tanzschule Ausschau halten. Um sich über Gera weiter zu informieren, liest er regelmäßig die Tageszeitung im Internet. Er kenne das Fettnäppchen und die einst erfolgreichen Wismut-Fußballer. Sein Vater war Pfarrer in Königshofen. Oma und Opa haben dort gewohnt. Seine Ostthüringer Wurzeln sind mit dem Glauben verbunden. Steinmetz-Facharbeiter, Bausoldat, Gemeindepädagoge, Master of Arts in Theologie/Philosophie, stellvertretender sowie amtierender Superintendent und jetzt Kreisschulpfarrer im Kirchenkreis Merseburg sind einige Lebensstationen von Groß. Er möchte eine fröhliche und selbstbewusste Kirche. „Ist ja bekannt, dass die Kirchenmitglieder schwinden.“ Kräfte und Arbeit sollen so organisiert werden, dass die Kirche ihren Auftrag wahrnehmen kann: Verkündung der christlichen Botschaft, Seelsorge, für die Menschen da sein und sich in die Gesellschaft einbringen. Eine Aufgabe sieht Thomas Groß in dem Zusammenwirken mit der Stadt, den Kommunen und den kulturellen Einrichtungen nach gemeinsamen Interessen.

Der Kirchenkreis Gera zählt 16.000 Mitglieder in etwa 100 Gemeinden.

In Gottesdiensten stellen sich die Bewerber vor: am 19. Januar Pfarrer Thomas Groß und am 26. Januar Pfarrerin Christiane Schulz, jeweils 17 Uhr in der Trinitatiskirche in Gera. Im Anschluss stellen sich die Kandidaten den Fragen im Gemeindehaus in der Talstraße 30.

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