Zum Welttag für Kinder krebskranker Eltern

Kleine Herzkissen und eine große Spende

Gera.  Mit einer Herzkissen-Nähaktion machten DAK-Gesundheit und die Krebsberatungsstelle des SRH Wald-Klinikums Gera auf den Welttag für Kinder krebskranker Eltern aufmerksam.

Von rechts: Charlotta, Anna, Emil, Sarah, Emma und Keno aus dem Kindergarten "Am Wald" Gera zeigen Herzkissen, die sie gerade mit Wolle prall gestopft haben. 

Von rechts: Charlotta, Anna, Emil, Sarah, Emma und Keno aus dem Kindergarten "Am Wald" Gera zeigen Herzkissen, die sie gerade mit Wolle prall gestopft haben. 

Foto: Christiane Kneisel

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Herzkissen liegen auf Tischen im Foyer des SRH Wald-Klinikums Gera. Flink stopfen Charlotta, Emil und die anderen Mädchen und Jungen Füllwolle in die genähten Teile. Schnell sind ihre Kissen gefüllt und sie verlangen Nachschub. Jeder von ihnen darf sich ein kuscheliges Herz-"Trösterchen“ mit nach Hause nehmen. Die übrigen werden demnächst an Kinder von Krebspatienten des Klinikums verteilt.

Mit dieser Nähaktion wollten gestern, am 8. November, die DAK-Gesundheit Gera und die Krebsberatungsstelle des SRH Wald-Klinikums auf den Welttag für Kinder krebskranker Eltern aufmerksam machen. Die Gruppe Fliegenpilze des Geraer Kindergartens „Am Wald“, Schüler der Förderschule Röpsen und die ehrenamtlichen Muldentaler Nähmädels griffen dabei gern zu Stopfwolle, Nadel und Faden.

Zugleich boten der Welttag und die Aktion den würdigen Rahmen für eine symbolische Scheckübergabe: Mit 10.000 Euro unterstützt „Laufen mit Herz“ in diesem Jahr die Krebsberatungsstelle des Klinikums. „Diesmal wurden mehr als 40.000 Euro erlaufen. Mit dieser tollen Summe konnten wir im 17. Jahr des Bestehens der Benefizveranstaltung die halbe Million-Euro-Marke bei den Spendengeldern insgesamt knacken. Darauf sind wir sehr stolz. Das große Engagement freut uns sehr und diese Hilfe geben wir gern weiter. Das Geld von 10.000 Euro, das wir schon Anfang des Jahres überreicht hatten, kommt all jenen Patienten zugute, die die Beratungsstelle im Klinikum in Anspruch nehmen“, erklärte Rainer Wagner, Leiter des Servicezentrums DAK-Gesundheit in Gera. Die Krankenkasse und das Zabelgymnasium Gera organisieren den traditionsreichen Lauf.

„Unsere Beratungsstelle bietet Krebspatienten hauptsächlich psychosoziale Beratungen an. Darüber hinaus können sie bei uns an verschiedenen Sportkursen, kunsttherapeutischen Angeboten sowie Koch-, Ernährungs- und Kosmetik-Workshops teilnehmen. Diese sollen den Betroffenen helfen, ihre Ressourcen zu aktivieren, die Lebensqualität zu verbessern und die Krankheit besser zu bewältigen. Zudem haben wir die Veranstaltung Familienzeit ins Leben gerufen. Dabei organisieren wir schöne Erlebnisse für jene Familien, bei denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist. Alle zusätzlichen Angebote können wir jedoch nur über Spenden realisieren, da es dafür keine Regelfinanzierung gibt“, sagte Sozialarbeiterin Nadine Engelmann. Hier sei man stets auf Hilfe angewiesen. Zwar sehe das Bundesgesundheitsministerium 2020 eine finanzielle Hilfe für die psychologische ambulante Krebsberatung vor. „Aber wir wissen nicht, wann das Gesetz in Kraft tritt. Zudem wird es bei einer Teilfinanzierung bleiben“, versicherte Engelmann.

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