Lehre bei Horsch in Ronneburg: „Ich hab’s voll getroffen“

Ronneburg.  Justin Hänse aus Niederpöllnitz schwärmt von seiner Ausbildung bei Horsch in Ronneburg.

Justin Hänse lernt Fertigungsmechaniker. Er ist  im 1. Ausbildungsjahr.

Justin Hänse lernt Fertigungsmechaniker. Er ist im 1. Ausbildungsjahr.

Foto: Peter Michaelis

Mit acht Jahren schraubte Justin Hänse an Fahrrädern. Eine Kette wechseln, war für den Knirps kein Problem. Schauen und nachmachen. „Mit zehn Jahren habe ich den ersten Anhänger für mein Rad gebaut, das Grundgestell mit Holz ummantelt“, erzählt Justin Hänse verschmitzt. Jeden Kniff merkte sich der kleine Tüftler. Der Opa war Schlosser. Er erklärte und zeigte seinem Enkel alles. Was noch Krach machte und Feuer sprühte, weckte die Neugier zusätzlich. Große Maschinen eh.

Vom Elternhauses in Niederpöllnitz aus konnte Justin sehen, was in der Landwirtschaft passierte. Fasziniert beobachtete er die riesigen Mähdrescher, die das Feld abernteten und die Traktoren, die das Getreide abtransportierten. Die Fahrer kannten den Jungen. Manchmal durfte er aufsteigen. Zu den Tagen der offenen Tür der Agrargenossenschaft Niederpöllnitz konnte er Maschinen genau untersuchen. Schnell stand ein Berufswunsch fest: Mechaniker.

Das erste Praktikum folgte 2017 in der Werkstatt des landwirtschaftlichen Betriebes. Es gefiel ihm. Die Dorfbewohner wussten von der Leidenschaft des Jungen. Auch einem Mitarbeiter von Horsch blieb sie nicht verborgen. Mit dem Vorschlag in Ronneburg den Betrieb kennenzulernen, traf er ins Schwarze. Das war im November 2018. „Nach der Führung war ich überwältigt. Gigantische Landwirtschaftstechnik ist normal. Das hier war aber eine andere Nummer“, erinnert sich Justin Hänse. Der Joker 12 RT, eine Bodenbearbeitungsmaschine mit einer Spannweite von 12 Metern, beeindruckt ihn bis heute.

Er findet seinen Platz vorerst bei den Konstruktionsmechanikern. „In einen Scharkörper, der Ernterückstände in den Boden einmischt, musste ich ein Loch reinbohren. Nicht gleich klappte es. Versuche gingen daneben.“ Das zweite Praktikum war bei den Fertigungsmechanikern und sein Ding. „Zig Teile auseinandermontieren und wieder zusammensetzen. Ich habe mich echt angestrengt, um hier meine Ausbildung machen zu dürfen.“

Das IHK-Schülercollege führt den Jugendlichen erneut zu Horsch. „Wenn’s Spaß macht, ist es das Richtige. Wir bauten einen Handyhalter. Er steht neben meinem Computer.“ Längst stand fest, Justin Hänse will Fertigungsmechaniker werden. Er bewirbt sich mit einem Zweier-Durchschnitt auf dem Abschlusszeugnis der Regelschule in Auma. „Die mündliche Prüfung in Physik habe ich mit Eins bestanden.“

Seit 1. August 2019 lernt Justin Hänse seinen Traumberuf. „Ich hab’s voll getroffen. Alles ist viel besser als vorgestellt. Die Kollegen sind wie Freunde“, so der 17-Jährige. Seine Kenntnisse als Motorrennfahrer in den verschiedenen Klassen und als Schrauber kommen ihm zugute. „Durch den Sport bin ich mehr ein Grobmotoriker. Hier muss ich aber mit mehr Bedacht arbeiten, also einen Schritt nach dem anderen machen.“

Schon als Kind düste er unfallfrei durch den Garten. 2012 wurde er Vizemeister beim Pocketbike Sachsenevent, holte sich bis jetzt eine Menge Titel. 2020 gelang ihm der Aufstieg in den IDM Twin Cup auf der Yamaha MT 07.