Lusaner wünschen ihrer Bibliothek langes Leben

Bleibt die Stadtteilbibliothek den Anwohnern als einziges kulturelles Angebot in Geras größtem Stadtteil erhalten?

Stadtteilbibliothek Lusan, Internetnutzerin.

Stadtteilbibliothek Lusan, Internetnutzerin.

Foto: zgt

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Lusan. Bei der Eröffnung des sozialen Zentrums "Schatz" der Caritas in der Lusaner Karl-Matthes-Straße 23 am 13. Juli erfuhr das Haus zwar viele Segenswünsche, allein die künftige Nutzung war nur durch die von Zwötzen umgezogenen Werkstätten schon sichtbar.

Im Gespräch potentieller künftiger "Schatz-Bewohner" ist auch die Stadtteilbibliothek Lusan. "Wird die Bibliothek hierher umziehen?" , so die Frage an Andreas Zube, Geschäftsführer des Caritasverbandes für Ostthüringen, der sich noch nicht festlegt: "Wir sind mit der Stadt Gera, die auf Trägersuche für die Bibliothek ist, mitten in den Sondierungsgesprächen. Ob eine Übernahme unsererseits erfolgt, hängt von den Rahmenbedingungen ab."Auf jeden Fall, so Zube weiter, soll "Schatz" am 1. Oktober 2012 fertiggestellt sein.

Am 2. Oktober 1989 in der Lusaner Werner-Petzold-Straße 8 eröffnet, wurde die Stadtteilbibliothek noch als Geschenk zum 40. und letzten DDR-Geburtstag verkauft. Das Hochhaus der Eröffnung ist "zurückgebaut", doch die Bibliothek hat zwei Häusernummern weiter in der Werner -Petzold-Straße 10 seit 23 Jahren überlebt. Die zweite Lesergeneration ist hier herangewachsen. Andrea Schramm, Geschäftsführerin der ebenfalls dort ansässigen Kindervereinigung Gera als Trägerin des Stadtteilbüros Lusan spricht vielen Lusanern aus dem Herzen: "Der Stadt sollte es gelingen, die Bibliothek als einziges öffentliches kulturelles Angebot in Lusan an diesem optimalen Standort zu erhalten. Sie ist fest mit reingewachsen in unser Soziokulturelles Zentrum und von hier nicht wegdenkbar."

Ob Besucher des Stadtteilbüros oder des Interkulturellen Vereins, in die Bibliothek schaut fast jeder mal rein. So nutzt Sigrid Reithmeier einmal in der Woche das Internet: "Zurzeit bin ich auf Wohnungssuche. Auch Zeitung kann ich hier günstig lesen, die Beratung ist kompetent und die Mitarbeiterinnen sind freundlich." Die Freundinnen und IGS-Schülerinnen Karina Edel (14) und Juliette Barby (12) stöbern quer Beet, bei Büchern, CD. "Ich hole mir hier Literatur für die Schule ", so Karina. Zwischen 600 und 700 Leser zählt die Bibliothek, deren Bestände, die hellen Räume mit Wintergarten-Café und viel Grün ringsum zum Verweilen verführen.

"Wie geht es weiter mit der Lusaner Stadtteilbibliothek?" hakten wir bei der Stadtverwaltung nach und können vorerst mit dieser Antwort dienen: "Die Stadt Gera wird alle Anstrengungen unternehmen, um die Stadtteilbibliothek Lusan zu erhalten. Die Einrichtung verkörpert ein wichtiges Bildungs- und Kulturangebot im Stadtteil und wird von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen. Gegenwärtig laufen Gespräche, um das Weiterbetreiben der Einrichtung zu gewährleisten. Der Automatismus aus dem Haushalts-Sicherungskonzept, wonach spätestens 2014 die Einrichtung geschlossen wird, wenn sich kein neuer Betreiber finden würde, soll auf jeden Fall nicht greifen."

Ein Lichtblick für Lusan.

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