Wort zum Sonntag

Lust auf Verzicht

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Es gibt Gründe, in der Pandemie zu fasten.

Foto: Benedikt Hentschel

Worauf werde ich in dieser Fastenzeit verzichten? Diese Frage stellen sich viele Menschen egal ob gläubig oder nicht in diesen Tagen.

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit wieder begonnen. Wir haben 40 Tage Zeit uns nicht nur auf das Osterfest vorzubereiten, sondern Zeit für Besinnung, Gebet und eben das besagte Fasten.

Aber worauf sollen wir denn noch verzichten? Haben wir nicht schon seit fast einem Jahr eine Fastenzeit, die uns auf die Probe stellt? Die aktuelle Situation wirft bei mir immer wieder die Frage auf, was brauchen wir wirklich als Menschen, was macht unser Leben wirklich lebenswert, worauf können wir auf keinen Fall verzichten.

Es gibt viele Gründe, warum es sich auch in Pandemie-Zeiten lohnt, zu fasten, zu verzichten. Es ist gut für unseren Körper und unseren Geist. Aber diese Gründe möchte ich nicht in den Vordergrund stellen. Wir hören im Bibeltext: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15) Wenn ich diesen Satz zuerst höre, dann bekomme ich ihn nicht zusammen mit unserer Zeit. Bei einer erfüllten Zeit denke ich an Hoffnung, Aufbruch und Freude. Natürlich erleben wir auch jetzt diese Momente – ein gutes Telefongespräch oder die Freude beim Einkaufen ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Ich lade Sie dazu ein, in dieser Fastenzeit nicht so sehr den Verzicht in den Mittelpunkt zu stellen. Überlegen Sie einmal, was Ihnen Erfüllung gibt, was die wichtigsten Bedürfnisse im Leben sind. Ich habe für mich eine Antwort gefunden. Ich werde in der Fastenzeit einmal in der Woche eine besondere Zeit mit meiner Frau einplanen – Zeit und Ruhe für ein gutes Gespräch über uns – ich denke, dass uns dann das Reich Gottes ein Stück näherkommt.