Menschen in Gera und im Landkreis Greiz trennen gut

Gera/Greiz.  Abfallwirtschaftszweckverband Ostthüringen zieht Vergleich zur Abfallbilanz 2019 in ganz Thüringen.

Die Gelbe Tonne ist in Gera und im Landkreis Greiz etwas Besonderes: Als Wertstofftonne können hier auch Metalle und Kunststoffe entsorgt werden, die sonst in den Hausmüll gehören.

Die Gelbe Tonne ist in Gera und im Landkreis Greiz etwas Besonderes: Als Wertstofftonne können hier auch Metalle und Kunststoffe entsorgt werden, die sonst in den Hausmüll gehören.

Foto: Archivfoto: Peter Michaelis

„Konsequente Trennung verringert Thüringens Hausmüll“ lautet das Fazit zur Abfallbilanz 2019 des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Mit 142 kg Hausmüll pro Kopf im Jahr sei das niedrigste Ergebnis für das Bundesland seit Beginn der Abfallberichterstattung 1993 erzielt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Die gleiche Menge kam für sogenannte trockene Wertstoffe, also Papier, Leichtverpackungen und Glas zusammen.

Ein Vergleich mit den Mengen, die beim Abfallwirtschaftszweckverband Ostthüringen (AWV) im Raum Gera und im Landkreis Greiz zusammengekommen sind, zeigt keine gravierenden Unterschiede: Hier waren es pro Person 138 kg trockene Wertstoffe. 128 kg sind es beim Hausmüll – oder besser Restmüll, wie Dietmar Lübcke, Geschäftsleiter des AWV, erklärt. „Die Bezeichnung ist griffiger, weil wirklich nur der Rest rein soll.“

Vom Vergleichen der reinen Müllmengen hält Dietmar Lübcke allerdings nicht viel. Es komme eher auf die Qualität der Mülltrennung als auf die Quantität an. „Ein so komplexer Prozess kann nicht mit einer einfachen Statistik abgebildet werden“, ist er überzeugt. Statt aus Zahlen falsche Schlussfolgerungen zu ziehen, sollten eher Ursachen und Umstände mit bedacht werden. So arbeitet der AWV derzeit an einer genaueren Analyse des Wegwerfverhaltens der Ostthüringer.

Eine kurze Einschätzung zu 2019 kann Dietmar Lübcke aber schon geben: „In Gera und im Landkreis Greiz wird gut getrennt“. Wenig Restmüll lande hier in der Wertstofftonne und auch umgekehrt wenig Leichtverpackungen im Restmüll. „Das erhöht die Chance auf Verwertung.“ In manchen Fällen sei gar nicht so leicht zu unterscheiden und daher bedürfe die sortenreine Mülltrennung viel Öffentlichkeitsarbeit. „Ein Idealbild ohne Fehlwürfe wird nie erreicht werden“, prognostiziert er. Außer beim Papier, also der blauen Tonne – da liege die Fehlerquote bereits bei unter 10 Prozent. Aber das sei ja auch eindeutiger als der sonstige Müll.