Nageldesignerin aus Gera: „Ich will nicht verlieren“

Ilona Berger
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Jungunternehmerin  Dorothee Burgold in ihrem Nagelstudio.

Jungunternehmerin Dorothee Burgold in ihrem Nagelstudio.

Foto: Ilona Berger

Gera.  Dorothee Burgold hat sich im November 2020 in Gera ihr Nagelstudio eröffnet.

Die 30-Jährige hadert anfangs mit sich. Dorothee Burgold will sich mit einem Nagelstudio selbstständig machen, ihre Vorstellungen von einer Wohlfühl-Insel umsetzen. Aber: Der vierjährige Sohn braucht ihre Aufmerksamkeit. Ihr Mann, der eine Betonbaufirma führt, ist häufig auf Montage. „Wie würde ich zeitmäßig alles unter einen Hut bringen meine Familie und ein Geschäft, waren meine Gedanken.“ Aber ihr Partner und Freunde stupsen sie an, ihren Traum zu verwirklichen. Am 1. November 2020 begrüßt Dorothee Burgold mit ihrer Angestellten die Kunden in „Doro’s Nails and Beauty“. „Um die zehn Objekte habe ich mir angeschaut, auch in der Innenstadt. Die Mieten dort waren mir zu hoch“, sagt die Jungunternehmerin. In der Schellingstraße 2 in Gera passte es. Fleißige Hände packten an. Die Gestaltung lag in ihren.

Jeweils eine Wand im lichtdurchfluteten Warte- und Behandlungsraum schmückt schwarze Tapete mit großzügigen goldenen oder grauen Elementen. „Darauf stehe ich.“ Ihr Geschäft mit Fußpflege läuft gut. Die Hygiene ist auf dem neuesten Stand. Ihren Kunden gefallen Ambiente, Professionalität und die Leidenschaft der Nageldesignerin. Dann kommt der zweite Lockdown. „Dass erneut die Geschäfte zu machen müssen, daran hätte ich nie geglaubt. Ich hatte gerade wenige Wochen offen“.

Familie und Freunde geben Rückenhalt

Unendlich viele Tränen fließen. Verzweiflung. Sorgen treiben sie um. Da ist die Mitarbeiterin Gabriele Nief, die in Kurzarbeit musste. Was wird aus den Kunden. Alles hinschmeißen und aufhören, das will sie auf keinen Fall. Ihr Mann baut seine Frau auf und hilft finanziell. „Es braucht den Rückhalt der Familie und der Freunde“, so Dorothee Burgold.

Während sie erzählt, keimt Wut auf. „Der Staat hat uns verboten zu arbeiten. Mit der Überbrückungshilfe 3 denkt er zwar an junge Gründer. Aber die Unterstützung muss versteuert werden. Im schlimmsten Fall erfolgt eine komplette Rückzahlung.“

Dorothee Burgold lässt sich nicht runterziehen. „Ich versuche meinen Traum zu leben und will nicht verlieren. Fällt man, kann man doch wieder aufstehen. Nur nicht den Mut verlieren.“ Die meisten Kunden sind der 30-Jährigen treu geblieben. „Sogar aus dem Erzgebirge kommt jetzt eine Frau zu mir. Sie ist aus Gera weggezogen“. Zurzeit bildet sich die Nageldesignerin weiter. Sie möchte ihr Angebot erweitern. Im Mai ist Prüfung.