Stadtgeschichte

Neuer Band der Weida-Chronik beleuchtet Jahre 1900 bis 1914

Weida.  Von Aufschwung und Kriegseuphorie: Ab sofort ist der fünfte Band der Stadtchronik „So war es einst“ von Kurt und Gudrun Häßner erhältlich.

In der Weida-Information ist ab sofort Band fünf der Weida-Chronik erhältlich. Margot Mattisseck in Vertretung des Bürgermeisters mit Kurt und Gudrun Häßner (von links) bei der Vorstellung.

In der Weida-Information ist ab sofort Band fünf der Weida-Chronik erhältlich. Margot Mattisseck in Vertretung des Bürgermeisters mit Kurt und Gudrun Häßner (von links) bei der Vorstellung.

Foto: Marcel Hilbert

Die Stadt in einer Zeit ihres größten Aufschwungs, aber auch auf Ereignisse zusteuernd, die bis heute nachwirken – Weida in den Jahren 1900 bis 1914 haben sich Kurt und Gudrun Häßner im fünften Band ihrer Stadtchronik „So war es einst“ gewidmet, der nun in der Weida-Information vorgestellt wurde. „Von einer Friedenszeit in das Kriegsgetöse des Ersten Weltkriegs“ stellt der 82-jährige Ehrenbürger der Stadt mit seiner 79-jährigen Frau anhand der Weidaer Zeitung aus dieser Zeit als Hauptquelle diese Epoche in der Stadtgeschichte dar. Erstmals, wie er erklärt, nicht thematisch sortiert, sondern chronologisch Tag für Tag wurden dafür die Informationen auf über 470 Seiten aufbereitet, hier und da ergänzt um Illustrationen.

So werden Entwicklungen deutlich, kann aber auch gezeigt werden, wie die Menschen damals dachten. Das, so sagt Kurt Häßner, sei auch mit dem vergleichenden Blick im Wissen von heute sehr spannend. So sei die damalige Zeit von großem Zuzug geprägt gewesen, was auch nicht konfliktfrei vonstatten ging, wie Berichte über Raufereien, vornehmlich in Gaststätten, belegen würden. Die florierende Wirtschaft und die wachsende Bevölkerungszahl hätten dann wiederum große Bautätigkeit mit teils bleibenden Architekturen ebenso nach sich gezogen wie einen Aufschwung im Schulwesen. Die in jener Zeit erbaute heutige Max-Greil-Regelschule sei ein Zeugnis dafür.

Vergangenheit kennen, aus Fehlern lernen

Nachvollziehbar würde aus den Zeitungsberichten jener Zeit aber auch die wachsenden Spannungen im Verhältnis mit Frankreich, zum Beispiel, als der Französischunterricht verboten wurde, erzählt Häßner. Schließlich sei im betrachteten Zeitraum auch den Zeitungen eine deutliche Kriegseuphorie zu entnehmen. „Leichtfertigkeit und Hurrapatriotismus führten in Not und Elend“, schreiben die Häßners im Vorwort zu ihrem Buch, in dem sie vor allem an junge Menschen appellieren: Lest Geschichtsbücher, lernt aus Fehlern der Vergangenheit! „Ihr jungen Menschen sorgt dafür, dass der Frieden in Deutschland erhalten bleibt“, verbinden Kurt und Gudrun Häßner in ihrem Vorwort Forderung mit Hoffnung.

2007 erschien der erste Band von „So war es einst“, der wie Band zwei bereits vergriffen ist. Die Bände drei und vier sind noch in der Weida-Information erhältlich, ebenso wie ab sofort der neue Band fünf, herausgegeben von der Stadt Weida, gedruckt in einer Auflage von 250 Stück durch die ortsansässige Druckerei Wüst.

Gastgeschenke für Besuch in der Partnerstadt

Beiden Partnern galt der Dank der Häßners, den Margot Mattisseck (CDU) als Vertreterin des Bürgermeisters dem Ehrenbürger und „lebenden Lexikon“ sowie seiner besseren Hälfte zurückgab. Sie be- wundere den Einsatz trotz gesundheitlicher Probleme und sprach von Ehre und Stolz, mit den Stadtchronisten befreundet zu sein. Gudrun Häßner wiederum erklärte, dass man bereits an Band sechs arbeite, der aber sicher noch etwas Zeit benötige.

Erkan-Joachim Müller von der Stadtverwaltung kündigte bei der Vorstellung an, am Sonnabend mit einer kleinen Weidaer Delegation in der Partnerstadt Neu-Isenburg zu Gast zu sein. Dort werde er auch den neuen Band der Stadtchronik, signiert von den Häßners, überreichen.

Band fünf von „So war es einst“ erscheint ohne ISBN-Nummer, ist also nicht im Buchhandel zu finden. Erhältlich ist es für 25 Euro in der neuen Weida-Information in der Schlosswache am Schlossberg 12; Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, jeweils 10 bis 17 Uhr, Telefon: 036603/ 60 46 64.

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