Neues Wismut-Museum für Ronneburg im Gespräch – Millionen-Investition möglich

Ronneburg  Ein Wismut-Erbe-Zentrum soll an das Bergbauunternehmen erinnern und das Objekt 90 ablösen. Erste grobe Kostenschätzungen gehen von 9,7 Millionen Euro Investitionen bis Ende 2023 in Ronneburg aus.

Große Glasflächen sollen vom möglicherweise in Ronneburg entstehenden Wismut-Museum einen Blick auf die Neue Landschaft erlauben.

Große Glasflächen sollen vom möglicherweise in Ronneburg entstehenden Wismut-Museum einen Blick auf die Neue Landschaft erlauben.

Foto: Peter Michaelis/Archiv

Die Landesregierung berät am Dienstag im Kabinett über ein neues Wismut-Museum in Ronneburg. Finanz­ministerin Heike Taubert (SPD) möchte sich die Ermächtigung einholen, mit dem Bund und Sachsen über einen Neubau zur Erinnerung an das Bergbauunternehmen zu verhandeln. Das geht aus der Kabinetts­vorlage hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Das Konzept, das Experten seit 2017 ausgearbeitet haben, empfiehlt, dass ein Wismut-Erbe-Zentrum in der Kleinstadt im Landkreis Greiz entsteht. Darin soll die Expertise der vielen Akteure auf dem Gebiet des Wismutgedenkens einfließen. Die Studie rät, dass das neue Zen­trum das Objekt 90 ablöst und eine Brücke zum Herrenhaus mit der Grünen Klasse schlägt.

Schwerpunkte Sanierung, Landschaft und Umwelt

Der Neubau nimmt nach Vorstellung der Experten eine veränderte Wismut-Ausstellung mit den Schwerpunkten Sanierung, Landschaft und Umwelt auf. Das Obergeschoss soll Platz für Tagungen und Veranstaltungen bieten. Die Idee: Große Glas­flächen erlauben den Blick auf die Neue Landschaft. Die umweltfreundliche Architektur und die Verwendung erneuerbarer Energien unterstreichen die Aussage der landschaftlichen Wiedergutmachung.

Die Autoren sprechen sich für eine Wismut-Erbe-Organisation aus, die sich um das Objekt in Ronneburg und eines am Schacht 371 im sächsischen Hartenstein kümmert. Diese soll als Stiftung oder als gemeinnützige Gesellschaft unter Beteiligung des Bundes, Sachsen und Thüringen angelegt werden.

9,7 Millionen Euro Investitionen bis Ende 2023

Erste grobe Kostenschätzungen gehen von 9,7 Millionen Euro Investitionen bis Ende 2023 in Ronneburg aus. Die laufenden Kosten für die Gesellschaft sollen sich auf 1,3 Millionen Euro im Jahr belaufen. Welchen Anteil Thüringen tragen muss, weiß das Finanzministerium noch nicht zu beziffern. Wie Sachsen sieht auch Thüringen den Bund als Eigentümer der Wismut GmbH in besonderer Verantwortung. Ministerin Taubert, die in Ronneburg lebt, will nach den Verhandlungen einen Finanzierungsvorschlag für den Haushalt vorlegen.

Das Umsetzungskonzept rät davon ab, den Materialschacht 407 und das Grubengeleucht unmittelbar in die Verantwortung der neuen Gesellschaft zu legen. Zunächst müssten die Akteure in Ronneburg eine Vision entwickeln, welche Elemente in der Zukunft weitergetragen und auch finanziert werden können, heißt es in der Vorlage.

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