Nicht nur den Russischunterricht am Geraer Osterlandgymnasium bereichert

Gera  Gymnasiastinnen ermöglichen zusätzlichen Aufenthalt in den Familien für Gastschülerinnen aus Rostow am Don

Marlene und Julia aus Rostow am Don beim Sportfest am Osterlandgymnasium Gera.  

Marlene und Julia aus Rostow am Don beim Sportfest am Osterlandgymnasium Gera.  

Foto: Elke Kolodzy

Schulpatenschaften können so viele Inspirationen geben. Das wissen die Gymnasiasten des Osterlandgymnasiums aus eigener Erfahrung zu berichten. Den Patenschaftsvertrag mit der Schule Nr. 53 mit erweitertem Deutschunterricht in Geras Partnerstadt Rostow am Don gibt es bereits seit 2014.

Dem folgten jährliche Projekt-Begegnungen sowohl in Gera als auch in Rostow am Don. Erinnerungen und Kontakte bleiben. Gerade diese Schulpatenschaft motiviert immer wieder Jugendliche des Osterlandgymnasiums, die russische Sprache zu erlernen und sich auch im Austausch zu beweisen, was angesichts der politischen Unstimmigkeiten, der Sanktionen und weiterer Stimmungsmache gegen Russland nicht immer einfach ist. Aber nur eigenes Erleben und die Begegnung junger Menschen ermöglichen, sich friedlich miteinander auszutauschen.

Genau aus diesem Grund fragten auch Julia Mazanova und Veronika Marchenko, die bereits 2016 zum Schüleraustausch in Gera weilten, bei ihren Austauschfamilien an, ob sie nicht für drei Monate bei ihren Freundinnen Margarethe und Marlene wohnen könnten. Ein solcher Aufenthalt wird durch das Peter Goebel-Programm für russische Schüler initiiert.

Die Gastfamilien waren einverstanden und ermöglichten den beiden Mädchen einen fantastischen Aufenthalt und den Schulbesuch am Osterlandgymnasium. Julia und Veronika, viele nannten sie nur Nika, fanden sehr schnell den Zugang zu ihren Kursen, beteiligten sich aktiv am Unterricht. Das Ziel, die Deutschkenntnisse zu verbessern, war ein umfangreiches Vorhaben, welches beide Mädchen mit Bravour meisterten. Aber auch im Fremdsprachenunterricht konnten sie sich prima einbringen. So bereicherten sie den Russischunterricht vor allem in Übungsphasen, in denen sie schwächeren Schülern zur Seite standen, mit ihnen übten, sie korrigierten und ihnen so auch die Angst vor dem Sprechen nahmen.

Höhepunkte für beide Mädchen waren ebenso die außerunterrichtlichen Aktivitäten an der Schule wie das thematische Sportfest, Kursfahrt, Kinobesuch und Schulfest.

Besonders berührend war auch, beide Mädchen mit dem Musikkurs beim Festprogramm zum Abiturientenball auf der Bühne zu sehen.

In der letzten Schulwoche bearbeiteten Julia und Nika für ihre jüngsten Mitschüler in Rostow am Don das Märchen vom Rübchen – natürlich in deutscher Sprache. Dabei entstand nicht nur ein selbst geschriebenes Mini-Märchenbuch für die Grundschüler, sondern auch zahlreiche didaktisierte Arbeitsblätter und ein Szenarium zur Aufführung des Märchens. Während dieser Arbeit lernten sie auch Internetplattformen kennen, die sie sicher künftig im Unterricht in Rostow am Don anwenden werden.

Bei ihrer Heimreise hatten die beiden Mädchen viele wundervolle Erinnerungen an die Gastfamilien, an Freunde, an die Schule und viele tolle Erlebnisse im Gepäck. Ein Dankeschön geht an die gastgebenden Familien, ohne deren Bereitschaft dieser Aufenthalt gar nicht möglich geworden wäre.

Bereits im September wird es ein Wiedersehen in Rostow am Don geben. Dann besuchen die Osterländer die Schule 53 und werden ihr im vergangenen Jahr in Gera begonnenes Projekt „Partnerstädte mit den Augen junger Künstler“ fortsetzen.