Ortsdurchfahrt Großenstein wieder frei

Großenstein.  Nach zwei Jahren Bauzeit sind die Arbeiten an der Kreisstraße K 113 abgeschlossen.

Verkehrsfreigabe der Ortsdurchfahrt in Großenstein mit Landrätin Martina Schweinsburg und Bürgermeisterin Karin Liebschner.

Verkehrsfreigabe der Ortsdurchfahrt in Großenstein mit Landrätin Martina Schweinsburg und Bürgermeisterin Karin Liebschner.

Foto: Peter Michaelis

Nach zweijähriger Bauzeit ist am Freitagvormittag die Ortsdurchfahrt Großenstein der Kreisstraße 113 wieder für den Verkehr freigegeben worden. Sie verbindet die Gemeinden Großenstein und Korbußen. Die Straße war auf einer Länge von etwa 200 Metern grundhaft erneuert worden.

Lob für Baufirma aus dem Vogtland

„Die Bauzeit war sowohl für die Autofahrer als auch für die Einwohner Großensteins eine Geduldsprobe. Die Anwohner mussten stets überlegen, wo sie ihr Auto parken und wie sie ihre schweren Einkäufe in die Wohnung bekommen. Zum Glück gab es gerade für Ältere viel Hilfe von Nachbarn. Nun sind wir glücklich, dass die Hauptstraße fertig gestellt ist und wir diese zwei Jahre Bauzeit gut hinter uns gebracht haben. Dazu trug insbesondere die ausführende Baufirma Loebelbau GmbH aus Heinersdorfergrund im Vogtland bei. Sie hat eine wirklich ausgezeichnete, solide Arbeit geleistet“, betonte am Freitag Großensteins Bürgermeisterin Karin Liebschner.

Völlig desolater Zustand

Ein grundhafter Ausbau der Kreisstraße 113, inklusive der Erneuerung der Brücke und des Neubaus der Stützwand, waren dringend erforderlich, denn die Hauptstraße befand sich in einem völlig desolaten Zustand. Jede Menge Fahrbahnaufbrüche und Verwerfungen verdeutlichten, dass die Tragfähigkeit der Straße überhaupt nicht mehr gegeben war. Die im Straßenbereich befindliche Brücke über die Sprotte sowie die anliegende Stützwand waren ebenfalls erheblich geschädigt. „Mehrfach mussten Teileinbrüche der Stützwand ausgebessert werden und das Brückenbauwerk war aufgrund ihres Zustandes schon seit etwa 20 Jahren auf drei Tonnen begrenzt“, teilte das Landratsamt dazu mit. Im Auftrag der Gemeinde wurde ein einseitiger Gehweg im Anschlussbereich an das Brückenbauwerk errichtet.

Absperrschieber für Hausanschlüsse

Der Ausbau der Kreisstraße erfolgte als eine Gemeinschaftsmaßnahme des Kreisbauamtes Greiz und des Zweckverbandes Wasser/Abwasser „Mittleres Elstertal“. Der Zweckverband verlegte rund 270 Meter Trinkwasserleitung neu einschließlich der zugehörigen Hausanschlussleitungen. Für die insgesamt 12 Hausanschlüsse wurden Absperrschieber verbaut. Dadurch kann im Falle einer Reparatur ein einzelner Hausanschluss abgestellt werden, während für alle weiteren Anschlüsse die Trinkwasserversorgung gewährleistet wird, informierte Jan Richter, Abteilungsleiter Investitionen. Zugleich erneuerte der Zweckverband im gesamten Ausbaustück den Regenwasserkanal und legte diesen tiefer. Die ursprünglich vier Einleitstellen konnten auf zwei Einleitstellen reduziert werden. „Es gab keine unüblichen Überraschungen im Zuge des Abwasser- und Trinkwasserleitungsbaus“, so Jan Richter. Er dankte ausdrücklich der bauausführenden Firma. „Im Landkreis realisieren wir sehr viele Baumaßnahmen. Mit der Firma Loebelbau hatten wir dabei jedoch noch keine Erfahrung. Hier in Großenstein war sie für uns sehr konstruktiv und pragmatisch tätig“, sagte Jan Richter.

Eine Million Euro Gesamtkosten

„Dieses Stück Straße inklusive Brückenbauwerk hat insgesamt eine Million Euro gekostet. Was hier an Leitungen vergraben und aufgrund entsprechender Norm gebaut wurde, geht völlig in Ordnung. Jedoch sieht man es diesen 200 Metern Straße nicht an. Dies alles qualitativ auch umzusetzen, ist eine tolle Leistung aller Beteiligten“, merkte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) vor Ort an. Wenn man dazu noch bedenke, in welchem Zeitfenster Fördermittel ausgereicht werden und welcher Druck bei Baufirmen entsteht, eine solche Summe vernünftig und in relativ kurzer Zeit auszugeben, dass sei das sehr anerkennenswert, so Martina Schweinsburg. Von den Gesamtkosten trägt der Landkreis Greiz rund 770.000 Euro, wovon 662.800 Euro vom Freistaat Thüringen gefördert werden. Die Gemeinde Großenstein beteiligt sich mir rund 16.000 Euro, der Zweckverband Mittleres Elstertal mit zirka 214.000 Euro.

Im Plan trotz Mehrleistungen

Alle Planungen für den Landkreis Greiz, den Zweckverband und die Gemeinde wurden durch das Ingenieurbüro Emch + Berger aus Weimar erarbeitet, das auch die Baumaßnahme überwachte. „Obwohl einige zusätzliche Leistungen hinzukamen – so wurden beispielsweise auch Telekom-Leerrohre mit verlegt – sind wir planmäßig fertig geworden. Im Schnitt waren wir mit fünf Leuten vor Ort“, freute sich auch Andreas Wiediger, Polier der Loebelbau GmbH. Nach der Großensteiner Baustelle geht es für ihn und seine Kollegen erst einmal in die Winterpause.