Pohlen: Langes Warten auf die Straße wird belohnt

Linda-Pohlen.  Der Agrarbetrieb lädt anlässlich der fertigen Umgehungsstraße zum Grillfest in Linda-Pohlen ein.

Anja Oertel (rechts) mit Sohn Mick und ihre Eltern Viola und Horst freuen sich über die zukünftige Verkehrsberuhigung in Linda-Pohlen und nahmen die Einladung zum Grillfest gern an.

Anja Oertel (rechts) mit Sohn Mick und ihre Eltern Viola und Horst freuen sich über die zukünftige Verkehrsberuhigung in Linda-Pohlen und nahmen die Einladung zum Grillfest gern an.

Foto: Peter Michaelis

Den Plan einer Umgehungsstraße für den kleinen Ort Pohlen gab es schon seit über zehn Jahren. „Das hätte schon längst fertig sein können“, sagt auch eine ehemalige Mitarbeiterin der Agrargenossenschaft Rückersdorf, deren schwere Traktoren nun endlich eine eigene Zufahrtsstraße bekommen haben.

Der landwirtschaftliche Verkehr muss künftig nicht mehr durch das Dorf fahren, sondern kann von der Landstraße aus direkt zum Betrieb mit der neuen Milchviehhalle abbiegen. Noch etwa eine Woche dauert es laut Bürgermeister Alexander Zill (parteilos), bis nach der Endabnahme die Straße freigegeben werden kann. Später soll es auch Schutzplanken, Verkehrsschilder sowie Bäume, Sträucher und Streuobstwiesen entlang der Straße geben.

Dass die Leute in Pohlen lange geduldig waren, weiß auch Rainer Vogel, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, und bedankte sich deshalb mit Bratwurst, Brötchen und Bier bei den Dorfbewohnern. Am Freitag lud er anlässlich der abgeschlossenen Bauarbeiten zum Grillfest ein.

Seit Juli hat hier die Baufirma Max Bögl eine knapp 350 Meter lange Straße errichtet, die die Anwohner nun von der Belastung durch Landwirtschaftsfahrzeuge befreien soll. „Wenn auch nicht zu einhundert Prozent“, räumt Rainer Vogel ein. Bestimmte Witterungsbedingungen wie Glätte im Winter würden weiterhin ab und an die Ortsdurchfahrt der schweren Fahrzeuge notwendig machen.

Keine Jauche mehr durchs Dorf

Die circa 20 Anwesenden aus Pohlen blickten größtenteils verständnisvoll. „Meckern bringt ja nichts, es müssen alle ihre Arbeit machen“, sagte Viola Oertel. Ihre Tochter Anja lebt ebenfalls mit Mann und zwei Kindern im Ort und habe sich wegen der großen Traktoren schon ab und an Sorgen gemacht, ihre sechsjährige Tochter allein im Dorf spielen zu lassen. Die neue Umgehungsstraße findet sie deshalb „eine gute Lösung“.

Auch andere Anwohnerinnen sind froh, dass nun die Wände nicht mehr wackeln und keine stinkende Jauche durchs Dorf gefahren wird. Als sich alle gemeinsam den neuen Teerweg anschauten, gab es zwar vereinzelt skeptische Stimmen, ob denn auch mehrere Anhänger die Kurve oder den Hügel schaffen würden.

Insgesamt scheinen die Anwesenden aber zufrieden mit dem endlich abgeschlossenen Umgehungs-Projekt, das im Winter vielleicht auch als Schlittenpiste taugen könnte.