Reichstädt hat nach 200 Jahren eine neue Brücke

Reichstädt.  Nach nur drei Monaten war das Bauwerk Am Fichtenberg in Reichstädt fertiggestellt.

Nach langem Anlauf  in den vergangenen drei Monaten konnte nun die neue Brücke Am Fichtenberg in Reichstädt mit größerem Durchlass eingeweiht werden.

Nach langem Anlauf in den vergangenen drei Monaten konnte nun die neue Brücke Am Fichtenberg in Reichstädt mit größerem Durchlass eingeweiht werden.

Foto: Peter Michaelis

Peggy Mäder auf ihrer italienischen Vespa, wie die Umstehenden das kleine Fahrzeug nannten, und Jutta Bräutigam mit ihrem E-Bike waren die Ersten, die über das neue Bauwerk rollten. Sechs Meter lang ist es „und schön geworden“, sagte die 76-Jährige anerkennend.

Am Montag wurde die kleine Brücke Am Fichtenberg in Reichstädt freigeben. „Drei Wochen früher“, betonte stolz der ehrenamtliche Bürgermeister Henryk Mäder. Sie verbindet nun wieder auf direktem Weg die Gemeinde mit Hartroda, einem Ortsteil von Schmölln. Drei Kilometer Umweg gehören der Vergangenheit an.

Bei Hochwasser wurdeBrücke überflutet

Um die 200 Jahre habe die alte Brücke auf dem Buckel gehabt, vermuten die Alteingesessenen. Genaues wissen sie nicht. Der Zahn der Zeit hinterließ aber seine Spuren. Russische Panzer seien nach Kriegsende drübergefahren. Mit den Jahren bröckelte der Sandstein ab. Außerdem war der Durchlass zu klein. Bei Starkregen lief die kleine Sprotte, so heißt der Bach im Volksmund, über. Notdürftig wurde die Brücke zu DDR-Zeiten repariert. Und danach fehlte das Geld. Erste Planungen für einen Neubau begannen 2012. Aber die Eigenmittel reichten durch eine schwierige Haushaltslage nicht aus, um die marode Brücke durch eine neue zu ersetzen.

Das Projekt wurde immer und immer wieder vorschoben bis 2019. Die Gemeinde bekam Zuweisungen vom Land und legte los. Für die Planung war das Ingenieurbüro Pieger-Wehner GmbH aus Neustadt/Orla zuständig. Den Bau übernahm Heli Transport und Service GmbH aus Schmölln.

Start war am 21. September dieses Jahres. „150 Kubikmeter Aushub haben wir bewegt“, informierte Bauleiter Benjamin Wermke. „Alles lief problemlos, weil alles gut vorbereitet war. Die Anwohner zeigten sich sehr verständnisvoll.“ Das Wetter spielte auch mit. Aufmerksamkeit erregte dagegen ein Fund, der bei den Arbeiten zutage kam. „Eine alte Wagenachse mit den Metallringen für die Holzräder war in Beton eingegossen. Sie diente sicherlich dazu, um die Brücke zu stützen. Sowas erlebt man nur einmal“, erzählt Danny Neubert. Der Baumaschinenführer kann sich das Lachen nicht verkneifen. Die ungewöhnliche Entdeckung war kurzweilig Gesprächsthema im Ort. „Der Neubau der Brücke kostete knapp 199.000 Euro. 75 Prozent kamen als Fördermittel vom Land. Ursprünglich haben wir 300.000 Euro veranschlagt“, sagte der Bürgermeister. Seit 1. Juni hat Henryk Mäder das Amt inne und gibt mit engagierten Bürgern Volldampf in Reichstädt/Frankenau. Die Orte gehören zur Verwaltungsgemeinschaft „Am Brahmetal“. Erst im September konnte für die freiwillige Feuerwehr ein gebrauchtes Kleinlöschfahrzeug angeschafft werden. Es bietet mehr Platz und bekommt noch eine digitale Funkanlage. „Durch den Verkauf unseres alten IFA B 100 konnten wir das Fahrzeug aus Linda erwerben.“ Noch vor dem Lockdown pflanzten im Oktober die Abc-Schützen im Park Am Mühlteich den „Baum des Jahres“, die Robinie. „Diese schöne Tradition verdanken wir den Erstklässlern und dem Reichstädter Heimatverein.“ Wofür sich Mäder, der als Vertriebsmitarbeiter tätig ist, schon vor seiner Wahl einsetzte, war ein schnelles Internet. Er schaffte sein Vorhaben. Im April wurden alle 140 Haushalte an die Datenautobahn angeschlossen. „Wer möchte kann diese nutzen. Gerade während der Corona-Zeit arbeiten viele Einwohner von zu Hause aus. Wir sind ein Ort mit jungen Familien und ein gutes Internet ist ein Muss.