Rüdersdorf: Ein Dorf feiert seinen Spielplatz

Elke Lier
| Lesedauer: 3 Minuten
Am Reformationstag wurde in Rüdersdorf ein neuer Spielplatz eingeweiht.

Am Reformationstag wurde in Rüdersdorf ein neuer Spielplatz eingeweiht.

Foto: zgt

Neuer Spielplatz am Reformationstag eingeweiht. Eltern, Pfarrer, ehemalige Rüdersdorfer und das ganze Dorf sicherten Finanzen und Bauarbeiten. In nur elf Monaten enstand von der Idee bis zur Einweihung ein Kinderparadies.

Rüdersdorf. Theo war mit fünf Tagen das allerjüngste und winzigste Kind, das am Reformationstag die Eröffnung des neuen Rüdersdorfer Kinderspielplatzes mit dabei war.

Noch am Freitag, dem 26. Oktober, hatte seine hochschwangere Mama, Nora Prüfer, Holz für den Spielplatz abgeladen. Dann kamen die Wehen und dann Theo: "Ich durfte doch nicht fehlen, wenn unser Spielplatz endlich fertig ist!" strahlt die junge Sozialpädagogin. Sie war gemeinsam mit Pfarrer Christian Kurzke die treibende Kraft, die innerhalb von nur elf Monaten ab Dezember 2011 den Wunsch vieler junger Eltern nach einem sicheren Spielplatz in Angriff nahm und sich dabei nie schonte. "Wir waren so zehn bis 15 junge Leute, die bei Wind und Wetter kirchliches Gartenland nach den Plänen des Architekturbüros Trampenau Gera in einen Spielplatz umwandelten." Am Reformationstag übergab Pfarrer Kurzke den Spielplatz an den Kraftsdorfer Bürgermeister Bernhard Bräuner (parteilos) zur öffentlichen Nutzung. Der dankte allen Bürgern, "die hier aktiv aus eigener Kraft etwas erneuert und umgestaltet haben." Pfarrer Kurzke erinnerte daran, dass die rein materielle Investition 26 000 Euro ohne Eigenleistungen umfasst. Davon seien 16 000 Euro Spenden. "Ein ehemaliger Rüdersdorfer, Manfred Schindler aus Baden Württemberg, hat uns eine große Summe gespendet, manche Einwohner richteten Daueraufträge für den Spielplatz ein. Lehrlinge und Studenten, die in Rüdersdorf ihr Zuhause haben, trommelten via Facebook Mittel zusammen." 5000 Euro kamen von der Gemeinde Kraftsdorf, 1000 Euro aus der Ortspauschale Rüdersdorf. Und keiner war sich zu schade, anzupacken. Selbst die ehemalige Kindergartenleiterin, Traudel Göthe, nahm mit ihren 86 Jahren die Schaufel in die Hand. Kräftige Spatenstiche auch von der Rüdersdorfer Ortsteilbürgermeisterin Sabine Nagler und Bürgermeister Bernhard Bräuner, die symbolisch eine Platane auf dem 400 Quadratmeter großen Spielplatz pflanzten. Ungeduldig erstürmten ihn die jüngsten Rüdersdorfer, nachdem sie Luftballons in den blauen Herbsthimmel geschickt hatten. Schaukeln, Klettergeräte, Spiel - und Klanggarten, alles wurde nach dem TÜV nun auch von den Kleinen getestet. "Es ist schön hier", befanden die Schwestern Lea (8) und Tilly (6). Ines Tischendorf hat zwei Töchter und lobt die Lage: "Der Platz ist sicher, weg vom Straßenverkehr. Er liegt dicht beim Kindergarten, da wird es manchen Elternschwatz geben." Auffällig viele Kinderwagen und Babybäuche stolzer junger Frauen waren an diesem Feiertag zu sehen. Stolz berichtet Bürgermeisterin Sabine Nagler: "Rüdersdorf hat 900 Einwohner und über 60 Kinder zwischen 0 und 12 Jahren." Woran das liege? "Bei uns funktionieren dörflicher Zusammenhalt und die Großfamilie noch. Diese Geborgenheit gibt jungen Familien Sicherheit. Sie wünschen sich Kinder und freuen sich darauf."

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