Schuljubiläum in Gera: Wegbegleiter einer 111-Jährigen gesucht

Gera.  111 Jahre nach Einweihung der Debschwitzer Schule werden Zeitzeugen gesucht, die die Schule in den Jahren ab 1945 besuchten.

Am 27. März 1909 wurde der Neubau der Schule zu Debschwitz mit seiner an der Fassade integrierten Sonnenuhr eröffnet. Schulleiter Michael Kosse zeigt die Einladung mit dem Programm zur damaligen Einweihung.

Am 27. März 1909 wurde der Neubau der Schule zu Debschwitz mit seiner an der Fassade integrierten Sonnenuhr eröffnet. Schulleiter Michael Kosse zeigt die Einladung mit dem Programm zur damaligen Einweihung.

Foto: Peter Michaelis

Die Jahreszahl prangt über der markanten und auch identitätsstiftenden Sonnenuhr an der Schulfassade: 1908. „Bauverzögerungen gab es auch damals schon“, nimmt Schulleiter Michael Kosse mit einem Augenzwinkern die Frage vorweg. Denn wenn die Debschwitzer Schule in diesem Jahr den 111. Geburtstag des Schulgebäudes feiern will, dann geht das nicht auf eine Zahl an der Fassade, sondern auf den tatsächlichen Einweihungstermin zurück. Am 27. März 1909 wurde die heutige staatliche Regelschule an ihrem Standort in der Darwinstraße eingeweiht.

„Ein besonderes Jubiläum“, findet Kosse, das man entsprechend mit mehreren Aktionen in diesem Jahr begehen möchte, vor allem auch unter Einbeziehung der aktuell 375 Schüler in 16 Klassen. Die Zahl 16 ist deshalb von Bedeutung, weil sich Michael Kosse genau so viele Zeitzeugen wünschen würde, die aus Anlass des Jahrestages aus ihrer Schulzeit berichten.

Natürlich nicht Zeitzeugen der Anfangstage, sondern Menschen, die von 1945 bis in die 1960er-Jahre Schüler an der Debschwitzer Schule waren. Und die am 27. März 2020, einem Freitag, um 10 Uhr für eine bis zwei Schulstunden Zeit haben, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. „16 Zeitzeugen für 16 Klassen“, sagt Kosse: „Wir würden das mit denjenigen auch vorbereiten, schicken Fragen der Schüler. Es ist einfach etwas anderes, wenn Zeitzeugen authentisch von der damaligen Zeit und ihrem Schulalltag berichten.“

Industrieller Boom macht Schulneubau erforderlich

Außerdem ist es für die Zeitzeugen sicher auch ein Erlebnis, an ihre alte Schule zurückzukehren, wenngleich ihre letzte umfangreiche Sanierung anders als in manch anderer Geraer Schule, noch nicht allzu lang zurückliegt. 1999 bis 2001 mussten die Regelschüler für die Frischzellenkur in die benachbarte Grundschule und ins ehemalige Albert-Schweitzer-Gymnasium in Lusan ausweichen. „Die erste Frage von älteren Debschwitzern ist auch heute noch, ob es die Sonnenuhr an der Fassade noch gibt“, sagt Kosse.

Die stammt, wie alte Darstellungen vermuten lassen, aus den Anfangstagen der Schule. 1907 wurde der Schulneubau beschlossen, wie aus der Festschrift der Schule zum 100. Geburtstag hervorgeht. Vorangegangen war ein erhebliches Einwohnerwachstum des damals noch eigenständigen Geraer Vorortes im Zuge der Industrialisierung. Ein 1879 eingerichtetes erste Klassenzimmer in Debschwitz wich schon ein Jahr später einem ersten Neubau mit vier Klassenzimmern. 1890 und 1894, sowohl in die Breite als auch in die Höhe erweitert, konnte auch dieser Standort den stetigen Anstieg der Schülerzahlen bald nicht mehr decken, heißt es in der Festschrift. Deshalb die Entscheidung, am heutigen Standort abermals neu zu bauen, größer, modern, mit Turnhalle, wie in der Festschrift zum 100-Jährigen dargelegt wird.

Lehrertreffen, Projekttage und ein thematischer Tag der offenen Tür

Im nunmehr 111. Jahr ist bis Jahresende noch einiges mehr geplant, sagt Kosse, von einem internen Treffen ehemaliger Erzieher und Pädagogen der Schule, über klassenübergreifende Projekttage nach Pfingsten, die in einem Präsentationstag mit Schulfest am 5. Juni münden, bis hin zum Tag der offenen Tür mit Adventsmarkt in der Vorweihnachtszeit, der in diesem Jahr ganz der dreifachen Eins gewidmet ist. Bei den Projekttagen Anfang Juni sollen neben einem Programm, handwerklichen Vorhaben, sportlichen Einlagen und fachspezifischen Projekten auch eine Gegenüberstellung Schule gestern, heute und morgen erarbeitet werden. Außerdem soll ein Imagefilm gedreht, das Schullogo überarbeitet, Jubiläumsplaketten hergestellt und eine Schautafel über die Schule gestaltet werden, zählt der Schulleiter nur einige Projekte auf.

Interessierte ehemalige Schüler, die am 27. März mitwirken wollen, können sich melden unter Telefon 0365/ 3 12 13 oder per Email: sekretariat@debschwitzer-schule.de

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