Schulprojekt an der Grundschule in Gera-Pforten: Toleranz kann man lernen

Mit dem Geraer Künstler Sven Schmidt wurde an der Pfortener Grundschule ein Projekt zu Toleranz gestartet. Künstler und Schulleiterin Roswitha Dix finden: "Kinder sind vorurteilsfreier als Erwachsene".

Der Geraer Künstler Sven Schmidt erhält zum Geburtstag Zeichnungen von Kindern des LAP-Projektes Toleranz an der Pfortener Grundschule.

Der Geraer Künstler Sven Schmidt erhält zum Geburtstag Zeichnungen von Kindern des LAP-Projektes Toleranz an der Pfortener Grundschule.

Foto: zgt

Pforten. Sie ist eine der schönsten und buntesten Straßenbahnen in Gera: Die "Willkommensbahn", die drei Künstler der Kunstzone M1 und Schüler der Pfortener Grundschule gemeinsam gestaltet haben. 40 gemalte Porträts von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Stimmung und Alters schmücken die Bahn und fordern zum Hinschauen auf.

Von der 1. Klasse an haben die Pfortener Montessori-Schüler darüber gesprochen, was es heißt, gegenüber Menschen, die anders sind als man selbst, ob durch eine Behinderung oder fremdes Aussehen, tolerant zu sein. Ihre Meinungen dazu schmücken nun die Geraer Straßenbahn, die die kleinen Künstler auf dem Betriebshof der Geraer Verkehrsbetriebe mit eingeweiht haben. Schulleiterin Roswitha Dix: "An unserer Schule lernen Kinder aus Vietnam und Rumänien. Sie sind Schüler wie alle anderen. Die Kinder erleben ihre ausländischen Altersgefährten ganz normal als Mitschüler und sind viel vorurteilsfreier als die Erwachsenen."

So liest man in der Willkommensbahn, was neun- und zehnjährige Schüler mit dem Begriff Toleranz verbinden: "Glück kennt keine Behinderung" , "Beurteile niemals einen Menschen, bevor du ihn nicht kennst" , "Es kommt nicht auf das Aussehen an, sondern auf den Charakter", "Ich mag deine Musik", "Menschen, die an Gott glauben, sind nicht anders als wir."

Das Projekt ist eingebunden in den Lokalen Aktionsplan "Toleranz fördern - Kompetenz stärken". Sven Schmidt, der berichtet: "Die Ausstellung der Schüler-Bilder in der Alten Wache auf Osterstein fand sehr viel Besucher-Interesse. Auch ein Film wurde mit Centaurifilm Gera zum Thema Toleranz gedreht und diskutiert."

Angesichts der 500 Flüchtlinge, die in Gera in absehbarer Zeit erwartet werden, wünscht sich Schulleiterin Roswitha Dix: "Dass den Kindern hier gut begegnet wird. Wo können wir Weltoffenheit zeigen, wenn nicht hier.

Allerdings sollte man sehr behutsam und überlegt Mädchen und Jungen, deren Eltern hier Asyl gewährt wird, in die Geraer Schulen integrieren. Da ist allen noch sehr viel Fingerspitzengefühl und eben auch Toleranz abverlangt."

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