Selbsthilfegruppe "Besondere Kinder" Gera und Landkreis Greiz lädt ein

Selbsthilfegruppe des Vereins Besondere Kinder Gera und Landkreis Greiz laden am 7. März um 18 Uhr zum Elterntreffen ein

Sonja Sellner (links) und Kathrin Ketzer. Foto: Elke Lier

Sonja Sellner (links) und Kathrin Ketzer. Foto: Elke Lier

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Gera. "Mein Kind ist besonders, anders als die anderen". Das haben die Mütter Sonja Sellner und Kathrin Ketzer an ihren Söhnen festgestellt. Was genau haben sie? Wie kann man ihnen helfen? Welcher Arzt kommt infrage? Das mussten sie allein herausfinden, andere Eltern in gleicher Lage sollen es leichter haben, nehmen sie sich vor.

Sonja Sellners Jungs, fünf und zwölf Jahre alt, sind beide schwerbehindert. Muskelschwäche und Autismus sieht man ihnen auf den ersten Blick nicht an. "Doch das auffällige Verhalten, wenn das Kind in der Kaufhalle plötzlich anfängt laut zu schreien oder auf allen Vieren läuft, geht über das Verständnis der meisten Menschen hinaus. Eine Familie hat mich sogar schon bis zum Auto verfolgt, um sich die Nummer zu notieren und etwas zu unternehmen", beschreibt Sonja Sellner den Leidensdruck, dem Mütter und Väter ausgesetzt sind, deren Kinder sozusagen aus der Rolle fallen. 2012 gründete sie die Selbsthilfegruppe Besondere Kinder Gera und Landkreis Greiz und im Januar 2014 den gleichnamigen Verein mit bisher zwölf Eltern. Deren Kinder haben das ADS/ADHS-Syndrom. Hör- und Sprachprobleme, sind autistisch, leiden unter Entwicklungs-, Verhaltens-, sozialen und emotionalen Störungen, genetischen und Stoffwechselerkrankungen, Wahrnehmungsstörungen, Epilepsie oder Schütteltrauma. "Eltern aus Gera und dem Landkreis wollen wir helfen, besser zu erkennen, was ihr Kind hat, wo es am besten aufgehoben ist, welche Unterstützung es gibt", beschreibt Sonja Sellner das Anliegen.

"Der Erfahrungsaustausch ist eine große Hilfe" hat inzwischen Kathrin Ketzer erfahren. "Man ist in seinem Kummer nicht allein, erhält wertvolle Tipps wie fürs schwierige Zubettgehen, die nur Eltern wissen, kein Therapeut und kein Behördenmitarbeiter." Erst recht nicht ahnungslose Außenstehende mit Erziehungsratschlägen wie "Das Kind muss besser erzogen werden, das braucht mal eine starke Hand, alles nur Modediagnosen." Unterstützung erhält die Selbsthilfegruppe vom Heilpädagogen Peter Hoeft. "Von den Ämtern bekommen Eltern nur das, was sie erwähnen, aber das Spektrum ihrer Sorgen ist viel größer. Wo viele Betroffene sind, werden sie besser wahrgenommen von der Politik." Die Selbsthilfegruppe lobt den guten Draht zu Geras Behindertenbeauftragten und lädt interessierte Eltern monatlich zu Treffen ein.

Elterntreffpunkt: 18 Uhr, 7. März, Gera, Joliot-Curie-Straße 20, Praxis Prass

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