Silber auf falschem Fuß

Lage  Leichtathletik: Der 14-jährige Fabio Schönfeld vom LV Gera wird bei den Deutschen Meisterschaften im Blockmehrkampf Zweiter

Der Geraer Fabio Schönfeld gewann in Lage die einzige Thüringer DM-Medaille.

Der Geraer Fabio Schönfeld gewann in Lage die einzige Thüringer DM-Medaille.

Foto: Jens Lohse

Fabio Schönfeld vom LV Gera hat bei den Deutschen Meisterschaft im Blockmehrkampf der Jugend in Lage bei Bielefeld die Silbermedaille geholt. Im Block Lauf fehlten ihm lediglich sechs Punkte zur Goldmedaille, die an Alexandro Seiler vom LAC Berlin ging.

„Bei meinem ersten großen Wettkampf deutschlandweit gleich Silber zu holen, ist schon eine tolle Sache. Weil es aber so knapp war, fragt man sich im Nachhinein immer, wo man die sechs fehlenden Zähler hätte verbuchen können“, so der Athlet vom LV Gera, der nach der Trennung des Vereins von Übungsleiterin Ines Manjate quasi ohne Trainer dasteht. „Die Vorbereitung war schon ziemlich verrückt. Mal habe ich in Jena mit trainiert, mal bei Dieter Schulz ein paar Tipps fürs Ballwerfen geholt“, verriet der mittlerweile 1,82 m große Neuntklässler vom Zabelgymnasium.

In Lage schloss sich der 14-Jährige der Gruppe des LC Jena an und fand bei Trainer Max-Otto Strobel Unterstützung. Los ging der Wettkampf für den Thüringer Meister mit den 80 m Hürden. „Ich wollte nicht zu viel wagen, habe deshalb das letzte Risiko gescheut. Über die Hürden hat man eben nur einen Versuch“, kommentierte Schönfeld seine Zeit von 11,81 s, mit der er die persönliche Bestzeit um 14 Hundertstelsekunden verpasste. Aufs Ballwerfen hatte sich der Geraer in den Ferien speziell bei Altmeister Dieter Schulz vorbereitet. Den Anlauf stellten beide um. „Ich hatte ein gutes Gefühl. Im Training hatte sich schon angedeutet, dass ich viel weiter werfen kann als vorher“, verbesserte sich der Mehrkämpfer gleich um neun auf 45 Meter.

Über die 100 Meter war er bei 12,47 Sekunden fast vier Zehntelsekunden schneller als bisher. Im letzten Drittel des Laufs hatte er noch etwas zum Zusetzen. „Es war ein sehr schön anzusehender 100 Meter-Sprint. Man hat schon von draußen gespürt, dass er schnell unterwegs war“, machte auch Mutter Diana Schönfeld aus. Weiter ging es zum Weitsprung. Dem ersten ungültigen Versuch folgte ein zweiter hauchdünn übertretener Sprung. „Der dritte Versuch musste klappen. Der Druck war groß. Der Anlauf hat überhaupt nicht gepasst, weshalb ich gezwungen war, mit dem linken Bein abzuspringen, obwohl eigentlich das rechte mein Sprungbein ist“, erzählte Fabio Schönfeld, der es trotzdem auf 4,92 m brachte. Im Vergleich zur Landesmeisterschaft fehlten freilich 45 Zentimeter. Vor dem abschließenden 2000 m-Lauf lag der Geraer aber immer noch auf Rang zwei, wobei der Rückstand zum Spitzenreiter etwa 40 Sekunden betrug. „Auf den fünf Stadionrunden wollte ich alles aus mir herausholen, um mit einer Medaille nach Hause zu fahren“, so der Geraer, der sich zwei Runden lang an den Führenden anhängte und dann selbst nach vorn zog. Im Schlussspurt gab er nochmals alles und überquerte nach 6:24,47 min die Ziellinie. Die dritte persönliche Bestleistung des Tages - um gut fünf Sekunden verbessert - machte ihn sicher zum Vizemeister vor Noel Freder vom VfL Altenstadt. Doch vielleicht ging ja noch mehr, denn Seiler quälte sich über die 2000 m. Nach 7:04,82 min, gut 40 Sekunden nach Schönfeld, lief er erschöpft ein. Nun begann das große Rechnen: Sechs seiner zuvor 88 Zähler Vorsprung hatte der Berliner verteidigt. „Enttäuscht war ich nicht, schließlich hatte ich Silber gewonnen“, so Fabio Schönfeld, der auch ein sehr erfolgreicher Triathlet ist. „Die Vielseitigkeit will ich mir erhalten. In den nächsten Wochen stehen noch diverse Crossläufe an, der Erfurt-Triathlon wartet und dann will ich natürlich beim Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia in Berlin mit den Triathleten des Zabelgymnasiums möglichst erfolgreich abschneiden“, sagt Fabio, dessen Ansprüche auch da hoch sind.

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