So hell wie nirgendwo in Gera

Gera-Langenberg.  Sechs Flutlichtmasten bestrahlen seit Mitte November den Langenberger Sportplatz. Derzeit darf nur der Nachwuchs trainieren.

Fußball. Hell erleuchtet präsentiert sich der Fußballplatz in Langenberg mit seinen insgesamt sechs neu errichteten Flutlichtstrahlern. Derzeit ist allerdings nur der Nachwuchs aktiv.

Fußball. Hell erleuchtet präsentiert sich der Fußballplatz in Langenberg mit seinen insgesamt sechs neu errichteten Flutlichtstrahlern. Derzeit ist allerdings nur der Nachwuchs aktiv.

Foto: Jens Lohse

Es brennt noch Licht in Langenberg. Der Fußballplatz ist hell erleuchtet. Sechs 16 Meter hohe Flutlichtmasten sorgen mit ihren LED-Strahlern für eine Helligkeit, die in Gera ihresgleichen sucht. Selbst am Steg oder in Heinrichsgrün auf den Kunstrasenplätzen der ambitionierten Wismut- oder JFC-Fußballer ist die Sicht bei weitem nicht so gut.

Knapp zwei Monate nach Beginn der Baumaßnahme strahlt das Flutlicht im Geraer Norden. „Seit Mitte November ist die Anlage betriebsbereit. Wir sind sehr froh darüber, dass wir alles in akzeptabler Zeit über die Bühne bringen konnten, auch wenn es mit dem ersten Flutlicht-Heimspiel 2020 auch wegen des erneuten Lockdowns nicht mehr geklappt hat“, sagt SVL-Geschäftsführer Axel Schöpke.

Im Oktober hatten mehrere Regentage wegen der großen Wassermengen für Probleme gesorgt, weil durch den zum Hang etwas abschüssigen Platz und das damit verbundene Gefälle alle ausgeschachteten Gräben voll gelaufen waren. „Die Sehnsucht ist bei Spielern und Zuschauern groß, endlich mal wieder ein Spiel in Langenberg auszutragen. Das war uns im gesamten Jahr nicht vergönnt. Trotzdem ist die Unterstützung der Anhänger ungebrochen. Allein 62 Dauerkarten haben wir verkauft, obwohl keine Partie stattgefunden hat und auch in den Sternen steht, wann es mal wieder weitergehen kann“, erzählt Benjamin Sänger, Abteilungsleiter Fußball und zugleich Spielertrainer des SV Langenberg, der in der Herren-Kreisliga-Staffel B Platz neun unter 13 Mannschaften einnimmt.

Alle ihre sechs Begegnungen haben die Nord-Geraer in der Fremde ausgetragen. Dafür kann sich die Ausbeute sehen lassen, zumal manch andere Teams schon zwei Partien mehr ausgetragen hatten. Der KFA Ostthüringen und dessen Spielausschuss hatten immer ein offenes Ohr für die Langenberger Platznöte. Der überraschende 4:3-Erfolg in Hohndorf durch einen Treffer von Torjäger Martin Schulze fünf Minuten vor Schluss sorgte für einen versöhnlichen Abschluss Ende Oktober, bevor es in die nächste Zwangspause ging.

Stolz ist man in Langenberg nicht nur auf das sportliche Abschneiden. Als kleiner Verein mit knapp 200 Mitgliedern hat man eine überproportionale Baumaßnahme gestemmt. 36.590 Euro an Fördergeldern hatte man dafür vom Landessportbund erhalten. Weil man auch auf andere Töpfe zugreifen konnte, wurde insgesamt eine knapp sechsstellige Summe verbaut. „20 Prozent davon wurden vom Verein mit Eigenmitteln und Eigenleistungen erbracht. Dafür haben wir auch Rücklagen benutzt. Die Idee schlummerte schon lange in uns. Zwei Jahre Vorlauf haben wir für das Projekt benötigt“, so Axel Schöpke. „Als das erste Mal das Licht anging, haben wir wegen der Helligkeit mit offenem Mund dagestanden. Das hatten wir nicht erwartet. Jetzt können wir den ganzen Platz ausleuchten, bei Bedarf dimmen oder eine Hälfte ausschalten. Wir sind richtig gut ausgerüstet“, freut sich Benjamin Sänger angesichts der 140 Lux durchschnittlichen Ausleuchtung, die punktuell sogar über 200 Lux liegt.

Derzeit darf nur der Nachwuchs trainieren. Aber auch um den kümmert man sich in Langenberg wieder gezielt. 25 Kinder trainieren regelmäßig unter den Übungsleitern Philipp Klewer, Steve Kluge und Christopher Bresse. In der E-Junioren-Kreisliga ist man mit einer jungen Mannschaft vertreten, nachdem man in der Vorsaison schon bei den F-Junioren aufhorchen ließ. „Das Interesse bei den Kids und ihren Eltern ist erstaunlich groß. Wir scheinen uns schon einen Namen gemacht zu haben“, weiß Axel Schöpke. Dennoch ist auch in Langenberg derzeit Geduld gefragt. Der traditionelle Spaß-Kick aller Altersklassen am ersten Weihnachtsfeiertag, ab 8 Uhr, wird wohl wegen der verschärften Corona-Maßnahmen in diesem Jahr nicht stattfinden dürfen.

Derweil hat man beim SV Langenberg schon die nächste Baumaßnahme vor Augen. Mit Hilfe der Elstertal Infraprojekt sollen neue Mannschaftsbänke mit Kunststoffsitzen in den Vereinsfarben gelb und blau in den Hang eingesetzt werden. Damit wäre dann alles angerichtet, für ein Einweihungsspiel unter Flutlicht. Nur der Zeitpunkt ist eben noch offen.