SPD Gera: Horten noch vor Neuer Mitte entwickeln

Gera.  Mitglieder des Kreisverbandes treffen den Eigentümer des alten Kaufhauses auf der Sorge und den Oberbürgermeister.

Seit 2003 wartet das Kaufhaus auf der Sorge, das nach Hertie zum Konsument- und dann zum Horten-Kaufhaus wurde, auf einen Neubeginn.

Seit 2003 wartet das Kaufhaus auf der Sorge, das nach Hertie zum Konsument- und dann zum Horten-Kaufhaus wurde, auf einen Neubeginn.

Foto: Peter Michaelis

Einen Überblick über den Stand der Pläne zur Sanierung des Horten-Kaufhauses verschafften sich Geraer SPD-Mitglieder, wie sie in einer Pressemitteilung berichten.

Eingeladen hatte man sich Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos), den Eigentümer des Kaufhauses, Falk Bräuner, den früheren Leiter der Regionalen Planungsstelle Ostthüringen, Edgar Dally und Lutz Kätzel aus Plauen. Letzterer habe vorgestellt, wie in Plauen aus einem ehemaligen Hertie-Kaufhaus das neue Landratsamt wurde. Das denkmalgeschützte Gebäude konnte so erhalten werden, gleichzeitig waren Kosteneinsparungen in der Verwaltung möglich. Nach einer europaweiten Ausschreibung und einigen Rückschlägen, die auch erhebliche Mehrkosten verursachten, habe man das Plauener Projekt mit einem Kostenvolumen von rund 47 Millionen Euro in zehn Jahren realisiert.

Falk Bräuner habe über seine aktuellen Pläne informiert. In der Diskussion seien sich die Beteiligten einig gewesen, dass sich das Einkaufsverhalten der Menschen heute und auch in Zukunft stark ändere. Einigkeit habe darüber bestanden, dass es wünschenswert wäre, wieder mehr Marken in Gera vertreten zu sehen, um ein attraktives Einkaufsevent bieten zu können. Die Idee, ein Dezernat der Verwaltung in das Kaufhaus zu integrieren, sei ebenso auf Zustimmung gestoßen wie Vorschläge einen Kindergarten, ein Museum, Teile der Dualen Hochschule oder weiteren Verwaltungsteile dort zu etablieren.

Oberbürgermeister Vonarb habe informiert, dass die ergebnisoffene Prüfung der Verwaltungsstandorte auch Spielräume eröffne, um die Belebung des Horten-Kaufhauses zu forcieren. Ziel müsse es sein, die Arcaden-Besucher zu einem Spaziergang Richtung Sorge zu animieren. Derzeit gehen nur 5000 von 20.000 Arcaden-Besuchern überhaupt aus den Arcaden heraus, habe der OB informiert.

Ramon Miller, Geras früherer Baudezernent, und Stadtratsmitglied Heiner Fritzsche tauschten sich über die verkehrsplanerischen Anbindung des Tietz-Quartiers aus. Beide plädierten für eine Anbindung über die Gagarinstraße. Kontrovers wurde die Diskussion nur, als es um die Frage ging, ob Geras Neue Mitte als Konkurrenz zum Horten-Kaufhaus gesehen werden müsse. Stadtratsmitglied Tilo Wetzel habe ein Denkpause gefordert, weil die Pläne zur Neuen Mitte aktuell nicht beschlussfähig seien. Die jüngeren SPD-Mitglieder forderten jedoch mehr Dynamik und weniger Pausen in der Stadtentwicklung.

Geht es nach den Sozialdemokraten, müsse die Entwicklung des Horten-Kaufhauses städteplanerische Priorität noch vor der Neuen Mitte haben. Ein stimmiges Gesamtkonzept für Geras Innenstadt wurde gewünscht, das Arcaden, Markt, Neue Mitte, Hofwiesenpark, Sorge und Zschochernplatz in „eine vernünftige Balance“ bringe.