Spektakuläres Ende in der Skatstadt

Altenburg  Handballerinnen aus Altenburg drehen in der mitteldeutschen Oberliga gegen den HC Burgenland einen 14:18-Pausenrückstand zum 29:27

Grenzenloser Jubel nach dem 29:27-Erfolg bei Aufbau: Vorn Franziska Bärbig

Grenzenloser Jubel nach dem 29:27-Erfolg bei Aufbau: Vorn Franziska Bärbig

Foto: Aufbau Altenburg

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Die Handball-Frauen des SV Aufbau Altenburg haben in beeindruckender Manier den ersten Heimsieg der Saison gefeiert. Trotz deutlichen Rückstands nach der ersten Halbzeit bewies die Mannschaft von Trainerduo Ronny Bärbig und Antonio Rohr Moral, gab sich nie auf und drehte die Partie nach einem enormen Kraftakt zum 29:27-Endstand gegen den Vizemeister des Vorjahres aus Naumburg.

Der Auftakt ins vierte Saisonspiel verlief dabei alles andere als erfolgsversprechend. Schnell übernahmen die Gäste das Ruder und setzten binnen fünf Minuten zum 5:0 ab.

Ein Start, der Chefcoach Bärbig und seinem Team überhaupt nicht schmecken konnte. Entsprechend zog er kurzfristig die Reißleine und ordnete seine Spielerinnen mittels einer Auszeit neu. Zwar brauchten die Altenburgerinnen noch ein paar Minuten, beim 4:7 an der Anzeigetafel wirkte die Partie aber immerhin schon wieder etwas ausgeglichener.

„Ich hatte trotz der Abstände heute nie das Gefühl, dass wir keine Chance mehr haben. Völlig egal, wie es stand, wir waren trotzdem immer dran“, erklärte Bärbig rückblickend.

In den ersten 30 Minuten habe man seiner Equipe zwar noch den Respekt vor dem Gegner angemerkt, aber Schritt für Schritt lösten sich die Ostthüringerinnen von ihren eigenen Unsicherheiten. Zum Pausentee resultierte daraus ein 14:18. Vier Tore galt es demnach aufzuholen, um das Spiel vor heimischem Publikum auszugleichen und den ersten Heimsieg perfekt zu machen.

Keine leichte Aufgabe, aber die Aufbau-Frauen kehrten eindrucksvoll aufs Parkett zurück. Dank dreier Treffer durch Claudia Voigt, Franziska Bärbig und Laura Winkler verkürzten die Altenburgerinnen in der 37. Minute auf ein Tor.

Das 17:18 läutete die Wende im Spiel ein, wenngleich die Burgenländerinnen sich keineswegs leicht abschütteln ließen und bis zum 22:22 in der 48. Minute immer die Oberhand behielten.

Danach folgten allerdings die wohl stärksten zehn Minuten der Altenburgerinnen in dieser Saison. Während im Angriff insbesondere Claudia Voigt und Jenniffer Vogel gefühlt aus allen Lagen einnetzten, formierte Kapitänin Denise Hoffmann ihr Team zu einem Abwehrbollwerk. Dazu gesellte sich mit Ellen Wachler eine Torfrau, die kaum mehr etwas zuließ und ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt gab.

Auf allen Positionen bewies die Mannschaft jetzt unglaublichen Willen, kämpfte zusammen für den ersten Heimsieg und wurde letztlich für die aufopferungsvolle Moral belohnt. Offenbar keine Nerven hatte dabei Laura Winkler, die in der 58. Minute bereits ihren fünften Siebenmeter versenkte und die erste Altenburger Führung zum 27:26 markierte. Was für eine Wende!

Frenetisch feierte das Team seinen hart erkämpften und am Ende auch hochverdienten Doppelpunktgewinn und platziert sich damit nun mit einem ausgeglichenen 4:4-Punktestand im Mittelfeld der Tabelle. „Wir haben Burgenland heute taktisch niedergerungen“, fasste Bärbig die Partie zusammen und war voll des Lobes für sein Aufsteiger-Team. „Wenn bei uns Einstellung und Moral derart zusammenspielen und wir konsequent bei unserer Linie bleiben, haben wir zu Hause immer die Chance zu gewinnen“, zeigte er sich optimistisch.

Die nächste Gelegenheit dazu haben die Aufbau-Frauen am 26. Oktober. Dann treffen sie vor hoffentlich vollem Haus im Goldenen Pflug auf die SG Apolda/Großschwabhausen – den weiteren Vertreter in der Mitteldeutschen Oberliga aus Thüringen.

Im Derby des Freistaates kann nach dem bisherigen Saisonverlauf keines des Teams als Favorit angesehen werden, weshalb eine hochspannende Partie zu erwarten ist. Sollte sich Aufbau aber trotz der Ausfälle von sechs Spielerinnen weiterhin so präsentieren, scheint in dieser Liga auch als Aufsteiger vieles möglich.

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