Spuren in Gera: Folien-Fabrik möchte mit Kunden kreativ werden

Gera.  Unternehmen in Ostthüringen: Die Folien-Fabrik gestaltet unter anderem großflächig Fassaden. Auch in Coronazeiten arbeiten sie weiter.

Dirk Wolfersdorf (vorn), Mathias Bribach (links) und Christian Schmidt von der Folien-Fabrik am Firmenschriftzug über den Dächern von Debschwitz. Unternehmen in Ostthüringen, Folienfabrik Gera

Dirk Wolfersdorf (vorn), Mathias Bribach (links) und Christian Schmidt von der Folien-Fabrik am Firmenschriftzug über den Dächern von Debschwitz. Unternehmen in Ostthüringen, Folienfabrik Gera

Foto: Peter Michaelis

Ob nun die Altstadt-Optik an einem ganzen Neubaublock in Lusan, eine pietätvoll gestaltete Bestattungshalle an der Himmelsleiter, Geraer Sehenswürdigkeiten im Durchgang Sorge/Markt oder der großflächige Hinweis auf ein Kinderschutz-Projekt an der Bahnbrücke in der Heinrichstraße – die Spuren der Folien-fabrik sind überall in Gera zu finden. Und kaum zu übersehen. Dabei sind solche Fassadengestaltungen und andere öffentliche Projekte nur ein Teil der Arbeit für die Geraer Design- und Werbeagentur, die 2007 im Stadtteil Debschwitz durchstartete.

Von konzeptioneller Arbeit bis zur „klassischen Werbetechnik“

Dirk Wolfersdorf, Christian Schmidt und Mathias Bribach – sie bilden seit jeher das Kernteam der Agentur, das sowohl auf einen Pool aus freien Mitarbeitern als auch auf ein großes Netzwerk an Autoren, Künstlern, Illustratoren, Fotografen, Architekten, Beratern und Programmierern zurückgreifen kann. „Neben der konzeptionellen Arbeit an Corporate Identity und Corporate Design sowie Markenaufbau gehören die Gestaltung von Ladengeschäften, Textilproduktion, wie zum Beispiel Dienstkleidung, die Produktion von Imagefilmen und die klassische handwerkliche Werbetechnik zu den Schwerpunkten der Agentur“, zählt Dirk Wolfersdorf auf. Vom Geraer Ein-Mann-Betrieb bis zum internationalen Großunternehmen reiche die Spanne der Kundschaft, ergänzt Christian Schmidt. Restaurants und Salons gehören ebenso dazu wie Modelabels, Startups oder Design-Hochschulen.

Durch die Nähe der Agentur zur Streetart, zur Straßenkunst, und ihre Verwurzlung in der Szene, wird großer Wert auf den kreativen Prozess gelegt. Inspiration liefern Reisen und Bücher, Typografie und Musik, Kunst und Natur, „ausreichend Schlaf und Kaffee“, sagt Christian Schmidt. Konkrete Ideen werden im intensiven Dialog mit den Kunden entwickelt. Anhaltspunkte würden diese mit Berichten rund um ihr Unternehmen häufig selbst liefern. Auch Vor-Ort-Besuche und Recherchen zu Lage, Umfeld und Branche fließen mit ein.

Dem Standort Gera-Debschwitz treu geblieben

„In unseren Ideenrunden geben wir allen Vorschlägen Platz, unabhängig von der Realisierbarkeit“, sagt Mathias Bribach. Durch Filtern und gemeinsames Spielen mit diesen Ideen entstehe in der Regel ein vielversprechender Ansatz. „Wir setzen bei der Realisierung dann auf klare Formensprache und zeitlose Designs“, fügt er hinzu.

Inspiration liefert zudem der Firmensitz im Stadtteil. Ansässig ist die Folien-Fabrik seit ihrer Gründung in der Heinrich-Heine-Straße 20, in einem alten Fabrikgebäude, einst Teil der Strickgarnfabrik der Gebrüder Feistkorn.

Mit dem Kiez-Charme ihres Viertels kokettiert die Agentur ganz bewusst, etwa bei der eigenen Modemarke „SFTNV“. Als Bekenntnis zum Standort kann die derzeitige Erweiterung innerhalb ihres Hauses verstanden werden, in dem sich die Bürofläche auf 450 Quadratmeter vergrößert und damit nahezu verdoppelt.

Die Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung beantwortet Christian Schmidt mit einem Wort: „Läuft!“ Es gab zuletzt gut zu tun, größere Projekte der jüngeren Zeit waren das Storedesign des Geraer Salons DC-Hairclub, das Branding für die neuen Kraftwerke von Engie in Gera-Tinz und Lusan oder auch das neue Corporate Design der Geraer Feuerwehr.

Trotz Corona geht die Arbeit weiter

„Ohne Einschränkung die eigenen kreativen und verrückten Ideen austoben, das machen die Folien-Fabrikanten am Feierabend“, sagt Schmidt. Daneben werden auch immer wieder Schul- und Jugendprojekte betreut und unterstützt. Aktuell beispielsweise eines an der Geraer Integrierten Gesamtschule, bei dem Mauern am Haupteingang gestaltet werden. Aber auch in Weida oder Bad Köstritz war ihre Expertise im Rahmen verschiedener Workshops bereits gefragt. „Natürlich macht man sich Gedanken, wie das alles weitergeht“, sagt Christian Schmidt auf die aktuelle Situation in der Coronakrise angesprochen. Ruhe und, so weit möglich, Gelassenheit seien dennoch wichtig. „Wir nutzen die jetzige Situation auch als Chance, unsere täglichen Routinen neu zu überdenken und anzupassen. Derzeit haben wir unseren Besucherverkehr stark eingeschränkt, arbeiten aber bestehende sowie neue Aufträge weiter ab, teils auch im Homeoffice, und hoffen, dass alle Bürger und Unternehmen die derzeitigen Risiken möglichst unbeschadet überstehen.“

OTZ-Serie im Internet: www.otz.de/ unternehmen-in-ostthueringen