Stadt Gera ruft zum Frühjahrsputz auf

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Frühjahrsputz in der Geraer Innenstadt im vergangenen Jahr mit rund 150 Beteiligten, die sich vor allem in kleinen Gruppen in der gesamten Innenstadt den Dreckecken und Müllhinterlassenschaften annahmen.

Frühjahrsputz in der Geraer Innenstadt im vergangenen Jahr mit rund 150 Beteiligten, die sich vor allem in kleinen Gruppen in der gesamten Innenstadt den Dreckecken und Müllhinterlassenschaften annahmen.

Foto: Marcel Hilbert

Gera.  Jährlich verzeichnet die Stadt Gera rund 15 Tonnen illegale Ablagerungen im öffentlichen Raum. Hohe Kosten sind die Folgen

Ab kommenden Samstag, 24. April, sind alle Geraer sowie Vereine, Unternehmen, Kindergärten, Schulen und weitere Institutionen der Stadt zum mittlerweile 19. Mal aufgerufen, ihre Stadt für den Frühling herauszuputzen und ein aktives Zeichen für eine saubere Stadt zu setzen. Im Zuge des Aufrufs haben sich bereits zahlreiche Akteure zur Teilnahme an der Aktion gemeldet, darunter viele Wohnungsbaugesellschaften, etwa TAG Wohnen & Service, Aufbau, Glück Auf und Neuer Weg, aber auch Institutionen wie das SOS Kinderdorf und die Geraer Heimbetriebsgesellschaft, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Positive Resonanz erhielt die Stadtverwaltung Gera, welche die Aktion gemeinsam mit der Geraer Umweltdienste Gesellschaft, dem Abfallwirtschaftszweckverband Ostthüringen, den Stadtteilbüros Lusan und Bieblach, dem Otegau Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum Ostthüringen/ Gera und dem Verein Ja – für Gera koordiniert, auch vom Ortsteil Westvororte und zahlreichen Privatpersonen aus Röppisch, Liebschwitz und Untermhaus.

Auch Pflanzarbeiten erwünscht

„Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr in Gera ein so großes Interesse besteht sich gemeinnützig für unsere Stadt zu engagieren. Jeder kann mitmachen, jede helfende Hand ist willkommen, um in der letzten Aprilwoche im eigenen Wohnumfeld tätig zu werden“, so René Soboll, Leiter der Abteilung Sport, Ehrenamt und Städtepartnerschaften der Stadtverwaltung Gera. Dabei gehe es nicht nur ums Saubermachen und das Einsammeln von Müll: „Alles, was unsere Stadt attraktiver macht, ist gefragt. Das kann auch die Bepflanzung von Blumenkästen im Aktionszeitraum sein.“

Sollen andere Standorte als das eigene Wohnumfeld von Schmutz und Unrat befreit werden, ist pandemiebedingt die gesonderte Absprache und entsprechende Organisation in Kooperation mit den Initiatoren erforderlich.

Wie bedeutend und aktuell das Thema Müll und Müllentsorgung für die Stadt ist, verdeutlicht Steffen Rochler, Teamleiter für die Abteilung Abfall im städtischen Umweltamt: „Für saubere und lebenswerte Städte und Gemeinden zu sorgen, ist einer der Grundpfeiler der kommunalen Daseinsvorsorge. Dennoch kann die Sauberhaltung unserer Stadt – ob mit Blick auf die Parkanlagen und Grünflächen, Wege, Straßen, Böschungen oder Grünstreifen – nur gemeinsam gelingen und beginnt bei jedem Einzelnen. Leider ist auch in Gera seit einiger Zeit das Phänomen des ‚Littering‘ verstärkt beobachtbar.“ Der Begriff „Littering“ bezeichnet das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen und Müll im öffentlichen Raum. Dazu gehören unter anderem Zigarettenstummel und Einwegverpackungen sowie Glas-, Plastik- und Papierabfälle.

In Gera fallen im Jahr circa 15 Tonnen illegale Ablagerungen im öffentlichen Raum an. Aktuelle Schwerpunkte seien entlang der Straßen wie etwa der B 2 sowie der Zufahrtsstraßen in die Stadt, aber auch auf Park- und Rastplätzen sowie in Grünanlagen. Unter den illegalen Abfällen im öffentlichen Raum Geras waren im Jahr 2020 neben sieben Tonnen Sperrmüll und Siedlungsabfällen auch 140 Altreifen und 14 Elektrogroßgeräte. 2020 wurden von der Unteren Abfallbehörde Geras insgesamt fünfhundert Fälle illegaler Abfallentsorgung bearbeitet, wobei in 85 davon Ordnungswidrigkeiten eingeleitet werden konnten. Es entstanden der Stadt Kosten in Höhe von rund 9000 Euro.