Stasi-Unterlagenbehörde in Gera weiter unbesetzt

Die Außenstelle der Geraer Stasi-Unterlagenbehörde ist weiter unbesetzt. Wie Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Akten, gestern in Gera sagte, sei die Sache zwar entschieden, aber durch einen Rechtsstreit aufgehalten. Ein unterlegener Bewerber klagt gegen die Entscheidung, das Verfahren ist noch nicht entschieden. Das sei bedauerlich, denn dadurch ist die Geraer Außenstelle "gehandicapt".

Die Außenstelle der Geraer Stasi-Unterlagenbehörde ist weiter unbesetzt. Wie Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Akten, gestern in Gera sagte, sei die Sache zwar entschieden, aber durch einen Rechtsstreit aufgehalten.

Foto: zgt

Gera. Für Roland Jahn ist der Amthordurchgang nicht neu. Er kennt das Haus als Gedenkstätte: Er hat hier Vorträge gehalten. Er kennt es auch als Stasi-Gefängnis: Er war hier eingesperrt. Bis nach fünf Monaten im Schwurgerichtssaal des angrenzenden Gerichts das Urteil wegen angeblicher Herabwürdigung staatlicher Symbole gesprochen wurde. Insofern weiß Jahn um die Wirkung, die Authentizität dieser Orte.

Heute als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen sagt er, dass Gedenk- und Begegnungsstätten wie der Amthordurchgang einen wichtigen Beitrag in der Aufarbeitung leisten. Sie sind nah dran an den Menschen, sie geben der Geschichte einen Platz, sie erzählen, wo die konspirativen Wohnungen waren und wie die Stasi ihre Arbeit für den Bezirk koordinierte.

Bei seinem Besuch gestern im Torhaus der Haftanstalt wird der gebürtige Jenenser nicht müde zu betonen, für wie wichtig er die Zusammenarbeit zwischen solchen Vereinen und seiner Behörde hält. Alle zwölf Außenstellen kooperieren mit Bürgervereinen. "So sollte es auch in Zukunft sein, durch die Bereitstellung von Akten oder Referenten", sagt Jahn. So ließen sich Kräfte bündeln. Das fügt sich ins Bild seiner Ankündigung, die Behörde zu einem Dienstleister für die Gesellschaft auszubauen. Gefragt nach Zukunft und Verbleib der Akten über 2019 hinaus, bleibt er unkonkret. "Man muss bereit sein über alles zu reden, aber man muss fragen, was Sinn macht. Wie kann Aufarbeitung mit wenigen Mitteln gut geleistet werden?" Er plädiert für die Arbeit vor Ort, sie sei bürgernah und damit wirksam.

Das will auch die Geraer Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde unterstützen. Die nächste gemeinsame Veranstaltung behandelt am 14. Juni, um 19.30 Uhr, das Schul- und Bildungswesen der DDR.

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