Statt Geburtstagsgeschenke das Kinderhospiz beschenkt

Seelingstädt.  Das Kinderhospiz Mitteldeutschland liegt dem Geschäftsführer der Schumann Betonwerke GmbH am Herzen. Bertram Schumanns privates Engagement kommt zudem nicht von ungefähr.

Bertram Schumann (rechts) übergibt seine Spende in Höhe von 1500 Euro an Matthias Münch vom Verein Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen. 

Bertram Schumann (rechts) übergibt seine Spende in Höhe von 1500 Euro an Matthias Münch vom Verein Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen. 

Foto: Christiane Kneisel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Anstelle von Geschenken zu seinem 60. Geburtstag bat Bertram Schumann lieber um Spenden und hoffte auf einen sinnvollen Beitrag. Am Ende überraschte ihn die Summe selbst: „Meine Gäste waren von der Idee sofort angetan. Allein durch ihre Resonanz sind über 1200 Euro zusammen gekommen“, berichtet Bertram Schumann. Er rundete schließlich auf 1500 Euro auf. Das Kinderhospiz Mitteldeutschland und die Thüringer Region liegen dem Geschäftsführer der Schumann Betonwerke GmbH besonders am Herzen. Bertram Schumanns privates Spenden-Engagement kommt zudem nicht von ungefähr. „Das neugeborene Kind eines Freundes war einst schwer nierenkrank. Ihm wurde dann eine Niere entfernt. Ich habe damals miterlebt, was der Junge und die Eltern durchmachen mussten. So etwas wünscht man niemandem“, erzählt der 60-Jährige. Seitdem engagiert er sich für Kinder. Seit mehreren Jahren spendet er auch jährlich einen Obolus an das Hospiz in Tambach-Dietharz.

Auszeit vom sorgenvollen Alltag

Dankbar und mit großer Freude nahm Matthias Münch, Ehrenamtlicher und Vereinsmitglied des Kinderhospizes, die großzügige Spende in Seelingstädt entgegen. „In Deutschland gibt es weit über 40.000 unheilbar kranke Kinder und Jugendliche mit einer geringen Lebenserwartung. Jährlich erhalten mehr als 6500 Familien diese schwere Diagnose. Mit unserem Hospiz wollen wir nicht nur den Kindern, sondern ihren Familien helfen. Wenn Eltern eine solch schreckliche Diagnose für ihr Kind erhalten, ändert sich das Leben von jetzt auf gleich um 180 Grad. Wir nehmen die Kinder, ihre Eltern und Geschwister auf, um ihnen eine Auszeit vom schweren Alltag mit der Krankheit zu geben. Gemeinsam können sie in unserer Einrichtung ein Stück Normalität erleben. Manchmal sind das sehr profane Dinge. Beispielsweise kann eine Mutter mal wieder durchschlafen, ohne sich um ihr krankes Kind kümmern und sorgen zu müssen“, berichtet Matthias Münch.

Jährlich einen Tag der offenen Tür

12 Plätze stehen im 2011 eröffneten Kinderhospiz Mitteldeutschland zur Verfügung. Mehr als 40 angestellte Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer kümmern sich um das Wohl ihrer Gäste. Der Aufenthalt für die Betroffenen mit ihren Familien – fernab jeder Krankenhausatmosphäre – ist stets kostenfrei. Insofern ist der Verein auf Spenden angewiesen, um dieses wichtige Hilfsangebot aufrecht erhalten zu können. Jährlich werden rund 1.300.000 Euro für die intensive Pflege und Betreuung der Gäste benötigt. Aktuell entstehen weitere neue Gebäude. Im Spätfrühjahr 2020 wird das Kinderhospiz wieder zu einem Tag der offenen Tür einladen. Neugierige können dann auch die neuen Räumlichkeiten der Einrichtung kennenlernen und erfahren ebenso, wohin die Spendengelder fließen. Das Kinderhospiz ist Ostdeutschlands größtes ehrenamtlich organisierte Sozialprojekt. „Offenheit und Transparenz sind uns ganz wichtig. Jeder, der möchte, kann sich gern in unserer Einrichtung vor Ort informieren, wie wir arbeiten und wie die Spendengelder genutzt werden“, so Matthias Münch.

Bertram Schumann jedenfalls nimmt diese Einladung gern an. „Ich werde mir das Kinderhospiz auf jeden Fall im Jahr 2020 anschauen, weil ich mich schon seit Jahren für diese Einrichtung interessiere“, so Bertram Schumann. „Seit Jahren spende ich jährlich einen Obolus an das Kinderhospiz in Tambach-Dietharz.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren